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Diskussion über Definition von "Technologie" vor 2 Jahren
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Laut Wikipedia vom 6.2.2010 bezeichnet Technologie zunächst die Lehre oder Wissenschaft von einer Technik (griech. τεχνολογία technología = die Herstellungs- oder Verarbeitungslehre).
Im heutigen Sprachgebrauch wird der Begriff – in der Regel in Folge von Anglizismen – häufig als Synonym für Technik verwendet.
Der Begriff Technik bezeichnet eine Methode, die eingesetzt wird, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen - in neuerer Zeit auch das Ergebnis selbst.
Der Begriff Technologie bezeichnet das Wissen um diese Technik: Wie funktioniert sie? Welche Erfahrungen mit ihr gibt es, welche Risiken und welche Möglichkeiten? Beispiele dafür sind:
Biotechnologie
Eröltechnologie
Gentechnologie
Kerntechnologie
Nanotechnologie
Wasserstofftechnologie
"Technologie" im Singular ist laut Duden einfach die "Lehre von der Umwandlung von Rohstoffen in Fertigprodukte".
Die Lehre von der Umwandlung (des Rohstoffs) Information in Fertigprodukte, wobei die eingesetzten Verfahren die verschiedenen Techniken sind, die großteils aus Software bestehen und die darin gelehrt (Lehre!) werden.
Das trifft genau, was wir in der Stiftung wollen, nämlich dass diese Umwandlung unter dem Gesichtspunkt der Humanität stattfinden soll mit dem Ziel, nur solche Produkte zu erstellen (aus der Wandlung hervorgehen zu lassen), die dem Menschen in seinem Menschsein nützen.
PS: Zu dieser Lehre gehört auch die volkswirtschaftliche Organisation von Handel, Erzeugung, Verbrauch der Halb- und Fertigware „Information“, bzw. ihre Auswirkung auf die Volkswirtschaft, bzw. die gesellschaftliche Organisation drumrum. Das ist in der Steinzeit-Technologie eben jeweils anders als in der Kerntechnologie oder der Erdöltechnologie oder der Wasserstofftechnologie oder der Gentechnologie oder eben auch der Informationstechnologie. Um die anderen Technologien kümmern sich andere, wir kümmern uns um die Informationstechnologie, damit sie humaner wird – oder damit sie uns nicht ins unhumane entgleitet. Letzteres könnte bei den anderen Technologien (außer vielleicht Gentechnologie?) nicht passieren, nur bei der Informationstechnologie – so jedenfalls meine Sicht.
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Letzte Änderung: 07.02.2010 17:23 von Moerike.
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Aw: Diskussion über Definition von "Technologie" vor 1 Jahr, 9 Monaten
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Um die Definitionen nochmals aufzugreifen:
- Technik ist eine Methode, ein Ziel zu erreichen.
- Technologie ist das Wissen um und über diese Methode und umfasst damit das Wissen, das nötig ist, um die Technik umfassend zu verstehen.
Damit ist die Technologie etwas potentiell sehr Umfangreiches, gerade bei neuerer Technik/neuen Methoden. Beispiel: Zur Herstellung von Schuhen benötigt man Wissen über verschiedene Ledersorten, geeignete Werkzeuge, Arbeitsschritte bei der Herstellung und deren Abfolge etc. Das theoretische Wissen für die Herstellung von Schuhen, die "Schustertechnologie", ist vom Umfang her überschaubar. (Dass es viel Übung braucht, bis man tatsächlich gute Schuhe herstellen kann, ist eine andere Sache). Wenn man einen gentechnisch veränderten Organismus herstellen will, z.B. eine gegen Schädlinge resistente Pflanze, benötigt man umfangreiches Wissen über Genetik und Mikrobiologie, um den Vorgang tatsächlich zu verstehen: Was ist ein Gen und wie ist es aufgebaut? Durch welche Methoden kann ich ein Gen isolieren? Wie bekomme ich es in den Zielorganismus? Wie stelle ich sicher, dass der Zielorganismus das Gen auch tatsächlich in sein Erbgut einbaut (wozu ich einiges über die Funktionsweise des Zielorganismus wissen muss)? Welche Arbeitsgeräte brauche ich da überhaupt? Und so weiter.
Die Wissensmenge, die man für die Technik/Methode, einen genetisch veränderten Organismus herzustellen, benötigt, versetzt einen auch in die Lage, viele andere Techniken einzusetzen. Damit macht es aber wenig Sinn, von einer Technologie zu sprechen, die lediglich das Wissen um diese eine Methode ist: Technologien beziehen sich auf Wissensgebiete und deren praktische Anwendung. Und damit ist man bei einer Wortbedeutung angelangt, die auch dem umgangssprachlichen Gebrauch entspricht.
Interessant ist dabei, dass umgangssprachlich kaum jemand von "Maurertechnologie" oder "Schustertechnologie" reden würde, auch wenn die Wortdefinition das zuließe. Als Technologie wird im Alltag nur etwas bezeichnet, das den Einsatz von elektronischen Geräten beinhaltet sowie hinreichend neuartig und auf der Basis von Alltagswissen kaum durchschaubar ist. Jeder hat einen groben Eindruck davon, was getan wird, um eine Hauswand zu bauen. Von den Arbeitsprozessen in der Gentechnologie kann man nur Ahnung haben, wenn man über entsprechendes Spezialwissen verfügt. Gleiches gilt auch für viele Bereiche der Informationstechnologie: Wie genau funktioniert das Internet? Oder ein Computer? Wie kann ich den Inhalt selbst der größten Bibliotheken auf einer einzigen Festplatte speichern?
Im allgemeinen Sprachgebrauch wäre eine Technologie demnach das Wissen und die daraus erfolgende praktische Anwendung eines Fachgebiets, das große Mengen Fachwissen und stark spezialisierte Arbeitsprozesse erfordert und das ohne dieses Fachwissen unverständlich bleibt. (Die) Technologie ist ein Überbegriff für alle einzelnen Technologien.
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Letzte Änderung: 30.06.2010 19:57 von ALorenz.
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Aw: Diskussion über Definition von "Technologie" vor 1 Jahr, 7 Monaten
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Die Antwort und das Besipiel der Schustertechnologie scheint mir doch etwas zu einfach zu sein.
Beispiel: Wasserstofftechnologie: Viele reden davon, doch keiner hat sie oder nutzt sie gar. Man erhofft sich davon die Lösung unerer Energieprobleme. Was wird alles dazu gehören? Zweifellos der Bau von Motoren, die mit Wasserstoff anstatt mit Diesel oder Benzin (Teile der Erdöltechnologie) arbeiten. Ebenso zweifellos die preiswerte und sichere Erzeugung von Wasserstoff. Eines der Hauptprobleme ist die sichere Lagerung auf engstem Raum (unter Hochdruck) und der sichere Transport, ohne dass man Explosionen befürchten muss. Schließlich ist eine Wasserstoff-Luft-Mischung hoch explosiv. Und dann die Wasserstoff-Zapfstellen, sowie die Zertifikate für den Handel mit Wasserstoff. Denn nicht jeder kann Wasserstoff so einfach handhaben wie man Öl oder Wasser handhaben kann. Daher benötigt die Wasserstofftechnologie ganz neuartige Zertifikate. Die Liste ließe sich noch beliebig erweitern und zeigt, dass zu einer Technologie nicht nur die direkte Umformung des Materials gehört. Die indirekte Handhabung gehört genauso dazu. Wie ist das bei der Schustertechnologie?
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Letzte Änderung: 02.07.2010 18:12 von Moerike.
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Aw: Diskussion über Definition von "Technologie" vor 1 Jahr, 7 Monaten
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"Schustertechnologie" habe ich als Beispiel dafür genommen, dass etwas, das der Definition Technologie ist das Wissen um und über diese Methode und umfasst damit das Wissen, das nötig ist, um die Technik umfassend zu verstehen formal genügt, im alltäglichen Sprachgebrauch nicht als Technologie betrachtet wird (meines Erachtens zu Recht). Von einer Technologie spricht man im Alltag zutreffenderweise nur, wenn ein gewisses Maß an Komplexität und notwendigem Expertenwissen dazu gehört.
Die gegebene Definition ist entsprechend zu ungenau, weswegen ich folgende vorgeschlagen habe:Technologie ist demnach das Wissen und die daraus erfolgende praktische Anwendung eines Fachgebiets, das große Mengen Fachwissen und stark spezialisierte Arbeitsprozesse erfordert und das ohne dieses Fachwissen unverständlich bleibt. (Die) Technologie ist ein Überbegriff für alle einzelnen Technologien.Das schließt die "Schustertechnologie" dann aus.
Die von Ihnen genannte Wasserstofftechnologie ist ein schönes Beispiel für eine Technologie, die auch der letzteren Definition genügt. Als die Energiespeichertechnologie, die sie ist, wird sie sehr interessant, sobald ein hinreichender Teil unserer Primärenergie aus Quellen stammt, über deren momentanes Vorhandensein der Energieerzeuger keine Kontrolle mehr hat (Wind, Sonne im Gegensatz zu fossilen Energieträgern). Und dann muss man u.a. die praktischen Probleme lösen können, die Sie angesprochen haben.
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