Sonstiges


Tsunamiwarnung per SMS Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Freitag, den 14. Mai 2010 um 14:54 Uhr

Spätestens seit dem verheerenden Tsunami Weihnachten 2004, der über 230.000 Menschenleben forderte, ist das Thema Tsunamischutz ins Licht einer breiten Öffentlichkeit gerückt. Durch Seismographen (Messgeräte für Erdbebenwellen), satellitengestützte Messungen der Meeresoberfläche und Messbojen auf hoher See können Tsunamis inzwischen rechtzeitig bemerkt werden. Die Daten werden automatisch an Computer weitergeleitet, die daraus das Tsunamirisiko für eventuell bedrohte Gebiete berechnen. Die Behörden gefährdeter Gebiete können dadurch innerhalb von 20 bis 30 Minuten gewarnt werden, während bis zum Eintreffen des Tsunami teilweise mehrere Stunden vergehen können. Das Problem besteht vor allem darin, die Warnung schnell und flächendeckend an die Bevölkerung weiterzugeben.


Ein wirksames Tsunami-Frühwarnsystem muss mehrere Kriterien erfüllen: Es muss schnell ausgelöst werden können, gefährdete Personen überall erreichen, von den Menschen als Warnung wahrgenommen und auch verstanden werden. Das Verstehen, wovor gewarnt wird, spielt eine große Rolle, da man bei einem Tsunami schnell landeinwärts und auf höherliegendes Gelände flüchten muss - ein Verhalten, das bei anderen Bedrohungen nicht nötig ist. Zusätzlich zu diesen Kriterien muss die Infrastruktur des Warnsystems aufrechterhalten werden, was unter Umständen wegen hoher Kosten vernachlässigt werden könnte.


Die Professoren Eduard Heindl und Wolfram Reiners schlagen nun als auf den ersten Blick überraschende Möglichkeit den Einsatz eines automatisierten SMS-Versandes als Warnmöglichkeit vor. Diese Methode erfüllt neben der Schnelligkeit und dem zuverlässigen Vermitteln der Situation auch das Kriterium der allgemeinen Erreichbarkeit: Inzwischen nutzen fast drei Milliarden Menschen den Mobilfunk als Kommunikationsmittel. Außerdem reicht es theoretisch aus, die Nachricht an einige gefährdete Menschen an einem Ort zu vermitteln, die dann andere warnen können.


Aus dem Konzept ist inzwischen ein kommerzieller SMS-Service hervorgegangen. Das Konzept selbst wurde mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis 2006/07 ausgezeichnet. Weitere Details finden Sie in dem PDF aus PowerPoint-Präsentation und dem Artikel der Entwickler.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:33 Uhr