Sonstiges


"Gemeinderat auf Draht" - Ein Projekt zur Nutzung von E-Government Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Donnerstag, den 13. Mai 2010 um 16:10 Uhr

Das Internet bietet nicht nur Unternehmen und Privatpersonen, sondern auch der öffentlichen Verwaltung neue Möglichkeiten, die unter dem Stichwort "E-Government" zusammengefasst werden: Informationen für Bürger können online gestellt werden, so dass sie immer leicht erreichbar sind, Formulare können online bereitgestellt werden und müssen nicht mehr auf Anfrage verschickt werden - ein erheblicher Gewinn ein Zeit und Geld für alle Beteiligten. Allein das BundOnline 2005-Projekt, das auf Bundesebene viele Dienste online verfügbar macht, spart dem Bund jedes Jahr 400 Millionen Euro.

Auf Gemeindeebene scheitert die Nutzung des E-Government oft an der zeitaufwändigen Einarbeitung in das Thema. Diese fällt den Gemeinderatsmitgliedern zu, da dem Gemeinderat in der Regel keine Experten auf diesem Gebiet zur Verfügung stehen. Um die Einarbeitung in das E-Government zu erleichtern und damit den Einstieg zu ermöglichen, wurde das Projekt "Gemeinderat auf Draht" ins Leben gerufen.

Im Rahmen eines Modellversuchs wurde im schwäbischen Mössingen ein Internet-Lernprogramm für Gemeinderäte und kommunalpolitisch Aktive entwickelt und durchgeführt: Zwölf Teilnehmer absolvierten in dem Pilotkurs die zwei umfangreichen Internet-Lernmodule, unterstützt von zwei Online-Tutoren, die per E-Mail Nachfragen beantworteten und beim Bearbeiten der Lernmodule halfen oder auch Aufgaben stellten. Vor und nach den Lernmodulen fand jeweils eine 2-3-stündige Präsenzveranstaltung statt, auf der das durchgearbeitete Modul besprochen bzw. die Grundlage für das nächste Modul gelegt wurde.

Das Konzept wurde von allen Teilnehmern als gut durchdacht und umgesetzt und als erfolgreich eingeschätzt. Die Initiatoren berichten auch von großem Interesse an dem Thema E-Government bei ihren bisherigen Gesprächspartnern. Weitere Details über das Projekt finden Sie hier:

Entstehung und Durchführung

Überblick über das Kursmaterial

Das Projekt „Gemeinderat auf Draht“ wurde mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis 2007/08 ausgezeichnet.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:45 Uhr
 
MedienPartner - wozu? Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hanna Steinmetz   
Freitag, den 09. April 2010 um 12:09 Uhr

Die Informations- und Kommunikationstechnologie hat in dem noch jungen 21. Jahrhundert enorm an Bedeutung gewonnen. Digitale Kommunikationswege ersetzen heute nicht nur, sondern sie erweitern zunehmend analoge Begegnungen und werden, besonders in der Arbeitswelt, immer wichtiger. Diese Entwicklung "vereinfacht" scheinbar unmittelbar das Leben der jungen Generation, die mit den neuen Medien aufwächst. Sie stellt jedoch vor allem die „Generation 60+“ vor immer neue Hindernisse im Alltag. Die Technik scheint nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern eröffnet vielmehr eine neue Gesellschaftsdynamik, welche die junge Generation ein- und die ältere Generation auszuschließen vermag.

Das Projekt MedienPartner - MePa verfolgt einen Ansatz, der einen Generationen übergreifenden Dialog zum Thema des Medienwandels und den sich verändernden Nutzungsformen technischer Objekte initiiert. Es geht primär um den sozialen Aspekt, indem der Austausch über die (Un)möglichkeiten im Umgang mit „neuen“ und „alten“ Medien in einem intergenerationalen und interaktiven Dialog in einzelnen Partnerschaften und in der Gruppe gefördert wird. Dabei steht weder die Rationalisierung und Funktionalisierung von Kommunikationsprozessen im Mittelpunkt des Interesses, noch die bloße Herausbildung von „skills“  für die Handhabung entsprechender Technik. Es ist explizit die Zusammenarbeit der MedienPartner, die eine wechselseitige Entdeckung von Medienwelten möglich macht. Die Integration beider Teilnehmergruppen zur aktiven Teilnahme an dem technischen Wandel unserer Zeit ist dabei die oberste Priorität des MePa-Projekts.

Ziel I: Nutzungsformen von neuen und alten Medien entdecken
Das Ziel ist, Generationsgrenzen zwischen den Teilnehmergruppen zu überwinden, um die spezifischen Nutzungsformen der jeweils anderen Generation zu erkunden und wechselseitig zu profitieren. Den MedienPartnern bietet sich die Möglichkeit, ihre eigene Nutzungspraxis in Differenz zu jener der anderen Generation zu verorten und ihre Gewohnheiten dabei neu kennen zu lernen. Kindern und Jugendlichen bietet sich die Möglichkeit, durch die Erzählungen der älteren Generation etwas über das „analoge“ Zeitalter, die Jahrzehnte der „alten“ Medien (Schnurtelefon, Schreibmaschine, Polaroidkamera, erste Fernseher und Radios), und seine Nutzungsformen zu lernen. Im Gegenzug lernen ältere Erwachsene die „digitale“ Alltagswelt von Computer, Handy und Musikplayer kennen. Die Teilnehmer erlangen so ein Gefühl für den schnellen Medienwandel und können die Vielzahl der Ihnen zur Verfügung stehenden technischen Objekte überschauen.

Ziel II: Zeigen, was man kann
Im Vordergrund steht außerdem, soziale Hemmungen im Umgang mit den technischen Objekten abzubauen. Das Projekt MePa basiert auf dem Prinzip der Wechselseitigkeit und dem gleichberechtigten Auftreten beider Generationen. Die konkrete Arbeit an einem Medienobjekt steht im Vordergrund. Ebenso steht im Zentrum des Projekts der Raum für Geschichten zu den einzelnen Medienobjekten (bspw. Erzählungen der älteren Teilnehmer zur Nutzung der Schreibmaschine oder Berichte der Schüler zur Nutzung des Emailprogramms), so dass ein jeweiliges Nutzungsverständnis gewährleistet ist. Jede Teilnehmergruppe darf so der jeweils anderen Generation zeigen, über welche Nutzungsfähigkeiten und den dementsprechenden Erfahrungsschatz im Umgang mit Technik sie bereits verfügt. So können Hemmschwellen abgebaut und das Selbstbewusstsein beider Seiten gesteigert werden. 

Nachhaltigkeit: Neue Oma/Opa-Enkelkind-Beziehungen!
Wie in einer guten Partnerschaft üblich, entscheiden die MedienPartner selbst, wie sie ihre Zusammenarbeit im MePa-Projekt und darüber hinaus gestalten. Langfristiges Ziel ist, den kontinuierlichen Austausch zu initiieren. So sollen die lokalen Umsetzungen des MePa-Projekts einerseits familiär etablierte Generationenbünde ansprechen, wie beispielsweise in den klassischen Oma/Opa-Enkelkind-Beziehungen. Das Projekt ermutigt jedoch vor allem auch Personen zur Teilnahme, die ihren jeweiligen Partner nicht in der Familie vorfinden. Es spricht also explizit Schüler an, deren Großeltern nicht in der jeweiligen Region leben (bspw. Schüler mit Migrationshintergrund) oder umgekehrt, Erwachsene, deren Enkelkinder nicht vor Ort wohnen oder die (noch) keine haben. MePa leistet deshalb auch einen Beitrag zur lokalen Bürgervernetzung.

Ausführliche Darstellungen finden sich hier: Gesamtdarstellung -- Bilder -- Presse

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:46 Uhr