Führungsaufgaben in der Telearbeit Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 15:27 Uhr

Im Jahr 2005 arbeiteten in Deutschland 7% der Erwerbstätigen zumindest teilweise von daheim aus, 2009 waren es 10%, im Jahr 2020 sollen es mindestens 15% sein: Telearbeit ist auf dem Vormarsch. Das ist wenig verwunderlich, da durch schnelles Internet und das Vorhandensein eines Computers in den meisten Haushalten die Hürden für die Einführung stetig niedriger werden. Doch Telearbeit verlangt nicht gewisse technische Voraussetzungen, sondern stellt auch andere Anforderungen an die Führung der Mitarbeiter. Dr. Armin Anwander, Gründer und Geschäftsführer einer mittelständischen Unternehmensberatung, geht in seinem Artikel der Frage nach, welche Fähigkeiten Führungskräfte im Zusammenhang mit Telearbeit an den Tag legen müssen und wie Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) dabei helfen können.

Anwander zufolge liegt die Aufgabe von Führungskräften sowohl in der Effizienzsteigerung, als auch im Verbessern vorhandener oder dem Schaffen neuer Strukturen. Für die Effizienzsteigerung sieht er die Informationstechnologie als wichtiges Mittel: Routineaufgaben können übernommen, wichtige Daten automatisiert gesammelt werden. Sind Strukturen im Umbruch, helfen IKT bei der Abstimmung untereinander sowie bei der Kommunikation, sie treten aber in diesem kreativen Arbeitsbereich hinter die Führung durch Menschen zurück: Die IKT kann vorhandene Wege verbessern, aber keine neuen erdenken.

Die große Herausforderung für Führungskräfte in der Telearbeit liegt laut Anwander aber im psychologischen Bereich: Durch Telearbeit wird zwar die Ziel- und Aufgabenorientierung der Mitarbeiter gestärkt, durch den geringeren sozialen Kontakt verringern sich aber die Identifikation mit dem Unternehmen und die Möglichkeit, sich als Teil eines Teams zu fühlen und sich in diesem einzuordnen. Auch die Möglichkeiten zur Kontrolle und zur Rückmeldung – positiver wie negativer – schwinden. Diese Schwächen der Telearbeit muss eine Führungskraft abfedern: Gerade durch den geringeren Kontakt mit den Mitarbeitern wird gute Führung also umso wichtiger, da sie gute Kommunikation und emotionale Bindung an Unternehmen und Aufgabe sicherstellen muss.

Anwanders ausgesprochen lesenswerte Abhandlung ist hier in voller Länge verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:44 Uhr