Sonstiges


Dezentralisierung von Verwaltung mit Hilfe von IT Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Donnerstag, den 05. August 2010 um 20:02 Uhr

Feuerwehren ähneln in vielen Punkten einem dezentralen Unternehmen: Wie ein Unternehmen stellt die Feuerwehr einer Stadt eine Verwaltungseinheit dar, die Personal, Kosten und Aufgabenerfüllung managen muss, wobei die Verwaltungeinheit aber auf mehrere Standorte ähnlicher Größe verteilt ist. Diese Aufteilung ist notwendig, um jeden Einsatzort schnell mit ausreichender Personalstärke erreichen zu können, eine effiziente Verwaltung gerade des Personals stellt aber eine Herausforderung dar. Eine Arbeit der Universität Siegen zeigt am Beispiel der örtlichen Feuerwehr auf, wie dieser Herausforderung mit Hilfe von IT begegnet werden kann.


2002 stand die Siegener Feuerwehr vor dem Problem, dass aufgrund der dezentralen Struktur die Personalverwaltung mehrere Mängel aufwies: Die Änderungen jeglicher Personaldaten wurden an den Standorten mittel Hilfe von Formularen vorgenommen, die dann per Post an die zentrale Verwaltungsstelle gingen. Dadurch dauerte die Aktualisierung der Personalakten teilweise mehrere Tage, der Zeitaufwand für die Bearbeitung war hoch, Datenabgleiche konnten nur sporadisch ausgeführt werden. Gleichzeitig waren wichtige Informationen über den Fortbildungsstand der Mitarbeiter oft nur an den einzelnen Standorten vorhanden, was eine vorausschauende Personalplanung stark erschwerte. Es war also ein Personalmanagement vonnöten, bei dem die Daten einerseits von den Standorten stets aktuell gehalten wurden und andererseits der Verwaltung sofort und in übersichtlicher Form zur Verfügung standen.


Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Personalverwaltung stärker IT-basiert ausgerichtet. Zentraler Baustein war die Programmierung einer eigenen Datenbank, in der jeder Mitarbeiter an seinem Standort seine eigenen Personaldaten mit Hilfe einer Weboberfläche über Internet  aktualisieren konnte. Um einen angemessenen Schutz der sensiblen Personaldaten zu gewährleisten, wurde für den Internetzugriff ein kombiniertes Sicherheitssystem aus SSL-Verschlüsselung und Identifikation per Chipkarte am Standort aufgebaut. Leitung und Personalverwaltung wiederum konnten auf die Datenbank via Intranet zugreifen, was den Sicherheitsaufwand in der Zentrale in überschaubaren Grenzen hielt. Das Konzept wurde in mehreren Schritten umgesetzt.


Die Studie der Universität Siegen enthält neben der Beschreibung von Ausgangssituation und Umsetzung bei der Feuerwehr auch viele Hintergrundinformationen zu dezentralem Personalmanagement mit Hilfe von IT. Sie ist hier in voller Länge abrufbar.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:44 Uhr
 
Führung mit dem System – Der Computer als Enabler Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Freitag, den 23. Juli 2010 um 14:10 Uhr

Welche grundlegende Funktion hat die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Arbeitsalltag? Diese Frage versucht Eduard Heindl, Professor für e-Business Technologie an der Hochschule Furtwangen und Vorstand der Heindl Internet AG anhand eines kurzen Überblicks über die Entwicklung der IKT in den letzten Jahrzehnten zu beantworten. Als wesentlichen Punkt nennt er hierbei die Geschwindigkeit, sowohl in der reinen Kommunikation als auch in der Arbeit. Heindl erläutert, wieso es doch keine Verschwendung ist, wenn ein Computerprozessor meist nur 1% seiner Leistungsfähigkeit ausschöpft, wieso trotz des schnelleren Zugriffs die Festplatte das Papier in den Büros noch nicht verdrängt hat und wieso es oft keiner Koordination bedarf, damit Programmierer überall auf der Welt die gleichen Dateiformate bedienen.

Eduard Heindl ist für seine Arbeit zur Tsunamiwarnung per SMS mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis 2007 ausgezeichnet worden. Seinen gesamten Vortrag „Führung mit dem System – Der Computer als Enabler“ können Sie hier abrufen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:44 Uhr
 
Führungsaufgaben in der Telearbeit Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 15:27 Uhr

Im Jahr 2005 arbeiteten in Deutschland 7% der Erwerbstätigen zumindest teilweise von daheim aus, 2009 waren es 10%, im Jahr 2020 sollen es mindestens 15% sein: Telearbeit ist auf dem Vormarsch. Das ist wenig verwunderlich, da durch schnelles Internet und das Vorhandensein eines Computers in den meisten Haushalten die Hürden für die Einführung stetig niedriger werden. Doch Telearbeit verlangt nicht gewisse technische Voraussetzungen, sondern stellt auch andere Anforderungen an die Führung der Mitarbeiter. Dr. Armin Anwander, Gründer und Geschäftsführer einer mittelständischen Unternehmensberatung, geht in seinem Artikel der Frage nach, welche Fähigkeiten Führungskräfte im Zusammenhang mit Telearbeit an den Tag legen müssen und wie Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) dabei helfen können.

Anwander zufolge liegt die Aufgabe von Führungskräften sowohl in der Effizienzsteigerung, als auch im Verbessern vorhandener oder dem Schaffen neuer Strukturen. Für die Effizienzsteigerung sieht er die Informationstechnologie als wichtiges Mittel: Routineaufgaben können übernommen, wichtige Daten automatisiert gesammelt werden. Sind Strukturen im Umbruch, helfen IKT bei der Abstimmung untereinander sowie bei der Kommunikation, sie treten aber in diesem kreativen Arbeitsbereich hinter die Führung durch Menschen zurück: Die IKT kann vorhandene Wege verbessern, aber keine neuen erdenken.

Die große Herausforderung für Führungskräfte in der Telearbeit liegt laut Anwander aber im psychologischen Bereich: Durch Telearbeit wird zwar die Ziel- und Aufgabenorientierung der Mitarbeiter gestärkt, durch den geringeren sozialen Kontakt verringern sich aber die Identifikation mit dem Unternehmen und die Möglichkeit, sich als Teil eines Teams zu fühlen und sich in diesem einzuordnen. Auch die Möglichkeiten zur Kontrolle und zur Rückmeldung – positiver wie negativer – schwinden. Diese Schwächen der Telearbeit muss eine Führungskraft abfedern: Gerade durch den geringeren Kontakt mit den Mitarbeitern wird gute Führung also umso wichtiger, da sie gute Kommunikation und emotionale Bindung an Unternehmen und Aufgabe sicherstellen muss.

Anwanders ausgesprochen lesenswerte Abhandlung ist hier in voller Länge verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:44 Uhr
 
Management in virtuellen Organisationen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Freitag, den 23. Juli 2010 um 11:49 Uhr

Virtuelle Organisationen sind vorübergehende Zusammenschlüsse eigenständiger Unternehmen und Einzelpersonen, die sich für ein Projekt oder einen Auftrag zusammenschließen. Aufgrund der häufig großen räumlichen Distanz koordinieren sich die einzelnen Partner über Telekommunikation und das Internet – eine große Herausforderung an Koordination und Management. Frank Schönthaler, seit vielen Jahren Geschäftsführer eines Software- und Consulting-Unternehmens, untersucht in seinem Thesenpapier, wie diesen Herausforderungen durch den Einsatz von Informationstechnologie begegnet werden kann.

„Der Computer als ‚Manager‘“ ist der provokante Untertitel des Artikels, den der Autor allerdings selbst relativiert: Die IT könne den Menschen bei Führungsaufgaben nicht ersetzen, sondern ihm lediglich Routinearbeiten abnehmen und ihm somit mehr Zeit für „echte Führungsarbeiten“ mit Anspruch an Kreativität und Urteilsvermögen verschaffen. Die Planung des Projekts und der Abläufe übernimmt der Mensch, die IT ist für Kontrolle, Dokumentation und Durchführung automatisierbarer Arbeiten zuständig.

Zwei Bereiche, die Schönthaler hervorhebt, sind das Workflow Management und das Performance Management. Unter Workflow Management versteht man die Entwicklung, Umsetzung und Kontrolle von strukturierten Prozessen: Hier kann die IT den Ablauf nach festgelegten Regeln sichern und damit menschliche Führung ersetzen, die nur für die Änderung und Anpassung der Regeln benötigt wird. Performance Management ist die Überwachung des Einhaltens bestimmter Vorgabewerte; bei drohendem oder tatsächlichem Verfehlen eines Ziels wird eine menschliche Führungskraft alarmiert, um das Problem zu lösen. Der Großteil der Kontrollarbeit wird dem Menschen somit abgenommen. Diese Methode kann auch angewandt werden, um die eigene Position gegenüber Mitbewerbern einzuschätzen, indem Kennzahlen automatisch gesammelt und verglichen werden.

Frank Schönthalers Artikel ist hier ungekürzt online verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:43 Uhr