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Seit Mitte der 90er hat sich E-Learning, das Lernen mit digitalen Medien, von einer Randerscheinung zur anerkannten Lernform entwickelt. Auf dem Markt für kommerzielle E-Learning-Angebote tummelt sich eine Vielzahl von Unternehmen, die 10 größten deutschen E-Learning-Anbieter setzten 2010 immerhin 60 Mio. € um. Theoretisch bietet E-Learning viele Vorteile: Lerninhalte lassen sich je nach Eignung als Text, interaktive Grafik, Film oder Lernsimulation präsentieren, Lerntempo, Lernort und Lernzeit können frei gewählt werden, zudem ist E-Learning potentiell kostengünstiger. Praktisch stellt sich der gewünschte Lernerfolg dank mangelhafter Umsetzung jedoch oft nicht ein. Was aber macht ein gutes E-Learning-Angebot aus?
Dieser Frage ging Susanne Oppitz 1999 in ihrer Magisterarbeit am Institut für Publikations- und Kommunikationswissenschaften der FU Berlin nach. Oppitz, heute Projektmanagerin und Entwicklerin didaktischer Konzepte beim Berliner E-Learning-Anbieter digital spirits, führte damals Interviews mit E-Learning-Experten aus ganz Deutschland, um aus deren Erkenntnissen und Erfahrungen einen Katalog von Kriterien für gute E-Learning-Projekte zu entwickeln. Wichtig waren dabei nicht technische Details, sondern das Herausarbeiten jener Fragen, aus deren Antworten ein erfolgreiches E-Learning-Projekt entsteht, und das Benennen potentieller Problemstellen. So richten sich beispielsweise viele Konzepte zu stark an technischen Möglichkeiten und zu wenig an didaktischen Anforderungen aus. In anderen Fällen scheitert ein Projekt an zu ungenauen Zielvorgaben oder einer schlechten Bedarfsanalyse.
Die entwickelten Qualitätskriterien ähneln einer umfassenden Checkliste für E-Learning-Projekte, unterteilt in Vorbereitung (was muss vermittelt werden, Ressourcen, Zielgruppe, geeignete Lehrmethoden...), Konzeption (Lernumgebung: soziale und technische, Lernplattform und -inhalte...), Durchführung (Zeitplan, Online-Betreuung, Förderung der Kooperation unter den Lernenden...) und Nachbereitung (didaktische, ökonomische und organisatorische Bewertung...). Da sich die Arbeit auf die organisatorischen und didaktischen Aspekte konzentriert, die sich im Gegensatz zur Technik kaum verändern, hat sie von ihrer Aktualität wenig eingebüßt und gibt einen guten Einblick in wesentliche Aspekte des E-Learning.
Susanne Oppitz' Magisterarbeit wurde 2000 mit einem Sonderpreis der Integrata-Stiftung ausgezeichnet; die Erkenntnisse dieser Arbeit sind unter anderem in die E-Learning-Spezifikationen des Deutschen Instituts für Normung und darüber in die internationale Norm ISO 19796-1 „Information technology - Quality Management, Assurance, and Metrics“ eingegangen. Die Arbeit kann im Volltext hier abgerufen werden.
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