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Wege zu erfolgreichem E-Learning |
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Geschrieben von: Achim Lorenz
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Donnerstag, den 21. April 2011 um 12:35 Uhr |
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Seit Mitte der 90er hat sich E-Learning, das Lernen mit digitalen Medien, von einer Randerscheinung zur anerkannten Lernform entwickelt. Auf dem Markt für kommerzielle E-Learning-Angebote tummelt sich eine Vielzahl von Unternehmen, die 10 größten deutschen E-Learning-Anbieter setzten 2010 immerhin 60 Mio. € um. Theoretisch bietet E-Learning viele Vorteile: Lerninhalte lassen sich je nach Eignung als Text, interaktive Grafik, Film oder Lernsimulation präsentieren, Lerntempo, Lernort und Lernzeit können frei gewählt werden, zudem ist E-Learning potentiell kostengünstiger. Praktisch stellt sich der gewünschte Lernerfolg dank mangelhafter Umsetzung jedoch oft nicht ein. Was aber macht ein gutes E-Learning-Angebot aus?
Dieser Frage ging Susanne Oppitz 1999 in ihrer Magisterarbeit am Institut für Publikations- und Kommunikationswissenschaften der FU Berlin nach. Oppitz, heute Projektmanagerin und Entwicklerin didaktischer Konzepte beim Berliner E-Learning-Anbieter digital spirits, führte damals Interviews mit E-Learning-Experten aus ganz Deutschland, um aus deren Erkenntnissen und Erfahrungen einen Katalog von Kriterien für gute E-Learning-Projekte zu entwickeln. Wichtig waren dabei nicht technische Details, sondern das Herausarbeiten jener Fragen, aus deren Antworten ein erfolgreiches E-Learning-Projekt entsteht, und das Benennen potentieller Problemstellen. So richten sich beispielsweise viele Konzepte zu stark an technischen Möglichkeiten und zu wenig an didaktischen Anforderungen aus. In anderen Fällen scheitert ein Projekt an zu ungenauen Zielvorgaben oder einer schlechten Bedarfsanalyse.
Die entwickelten Qualitätskriterien ähneln einer umfassenden Checkliste für E-Learning-Projekte, unterteilt in Vorbereitung (was muss vermittelt werden, Ressourcen, Zielgruppe, geeignete Lehrmethoden...), Konzeption (Lernumgebung: soziale und technische, Lernplattform und -inhalte...), Durchführung (Zeitplan, Online-Betreuung, Förderung der Kooperation unter den Lernenden...) und Nachbereitung (didaktische, ökonomische und organisatorische Bewertung...). Da sich die Arbeit auf die organisatorischen und didaktischen Aspekte konzentriert, die sich im Gegensatz zur Technik kaum verändern, hat sie von ihrer Aktualität wenig eingebüßt und gibt einen guten Einblick in wesentliche Aspekte des E-Learning.
Susanne Oppitz' Magisterarbeit wurde 2000 mit einem Sonderpreis der Integrata-Stiftung ausgezeichnet; die Erkenntnisse dieser Arbeit sind unter anderem in die E-Learning-Spezifikationen des Deutschen Instituts für Normung und darüber in die internationale Norm ISO 19796-1 „Information technology - Quality Management, Assurance, and Metrics“ eingegangen. Die Arbeit kann im Volltext hier abgerufen werden.
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GENTLE - Ein Vorreiter für gutes E-Learning |
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Geschrieben von: Achim Lorenz
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Mittwoch, den 20. April 2011 um 12:19 Uhr |
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Bei allen offensichtlichen Vorteilen weisen viele E-Learning-Anwendungen auch spürbare Schwächen auf: Eine Interaktion mit anderen Lernenden oder Gespräche und Diskussionen mit dem Lehrenden finden kaum statt, das Lernprogramm passt sich zu wenig an den Lernenden an, und das Erstellen hochwertiger Lerninhalte ist zeitaufwändig und daher auch meist teuer. Das unter der Führung von Hermann Maurer, Informatikprofessor an der TU Graz und bedeutender Vordenker auf dem Gebiet der angewandten Informatik, erstellte E-Learning-System GENTLE (General Network Training and Learning Environment) entwickelte Lösungsmöglichkeiten für diese Probleme.
Zum einen erleichtert GENTLE das Erstellen von Lehrmaterialien: Die Tools Page Wizard, Course Wizard und Module Manager erleichtern das Erstellen von Kursinhalten, sowohl bei einzelnen Seiten als auch bei Kurskonzepten, zudem werden die Inhalte einzelner Kurse nicht als Ganzes, sondern in Form von mehreren Modulen abgespeichert. Diese Module werden mit Schlagworten versehen und können so von anderen Lehrenden aufgerufen und ggf. für eigene Kurse weiterentwickelt werden. Zum anderen enthält es für den Lernenden eine Vielzahl nützlicher Werkzeuge: So bietet GENTLE unter anderem Tests an, mit denen Wissensstand und bevorzugte Lernmethoden ermittelt werden können, und gibt anhand der Ergebnisse Empfehlungen für geeignete Kurse oder Module. Zudem kann auf in den Kursen empfohlene Literatur direkt online zugegriffen werden, falls die entsprechende Publikation elektronisch verfügbar ist. Vor allem aber fördert GENTLE die Kommunikation Lernender untereinander und mit den Lehrenden. In Foren können die Kursteilnehmer Probleme diskutieren, wobei GENTLE die Lehrenden auf neue Fragen und die an der Diskussion Beteiligten auf neue Antworten aufmerksam macht. Darüber hinaus existieren Online-Chats für Lehrende und Lernende, die auch aufgezeichnet und als zusätzliche Lehrmaterialen verwendet werden können.
GENTLE wurde Ende der 90er Jahre entickelt und war wegweisend für viele Entwicklungen im E-Learning; so gelten viele Funktionen heute als Standard für gute E-Learning-Systeme. Auch wenn GENTLE aufgrund seiner Bindung an das heute wenig verbreitete Wissensmanagementsystem Hyperwave ein Nischenprodukt geblieben ist, wird es an mehreren Universitäten von zehntausenden Studenten genutzt. GENTLE wurde im Jahr 2000 mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis für humane Nutzung der Informationstechnologien ausgezeichnet. Umfassendere Darstellungen finden sich unter anderem in Fachartikeln auf der Seite der TU Graz, in Fachzeitschriften (leider auf Englisch), auf der Projektübersichtsseite (ebenfalls auf Englisch) und im Sammelband Humane Nutzung der Informationstechnologie.
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Vom Dorf in die Welt - Internetfortbildung in ländlichen Gebieten |
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Geschrieben von: Achim Lorenz
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Freitag, den 21. Mai 2010 um 11:17 Uhr |
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Die Internetentwicklung in ländlichen Gebieten hinkt hinter dem Rest Deutschlands hinterher: Etwa fünf Millionen Deutsche haben dort keinen Zugang zu Breitband-Internet. Gleichzeitig sind Computer und Internet aufgrund des Berufsprofils weniger präsent, denn auf dem Land dominieren Landwirtschaft und Handwerk das Bild. Aus diesen Gründen liegt der Anteil an Internetnutzern im ländlichen Raum spürbar unter dem Bundesdurchschnitt. Dabei können gerade in diesen Gegenden Internetdienste wie E-Learning und E-Government oder auch der Einkauf im Internet das Leben deutlich erleichtern: nicht alltägliche Einkäufe, Behördengänge und der Besuch von Fortbildungseinrichtungen sind nicht mehr mit langen Anfahrtswegen verbunden, die Zeit, Geld und Nerven kosten.
Das Projekt "Vom Dorf in die Welt" des Vereins "Kurs über Land e.V." aus dem mecklenburg-vorpommerschen Landkreis Demmin hat es sich zum Ziel gesetzt, Internet-unerfahrenen Nutzern diese Möglichkeiten näherzubringen. In den vom Land Mecklenburg-Vorpommern errichteten lokalen Bürgerbüros bieten Mitarbeiterinnen des Vereins Computer- und Internetkurse an. Der Unterricht erfolgt wöchentlich, aber ohne festen Lehrplan, sondern richtet sich nach den Voraussetzungen und Wünschen der Teilnehmer. Die Mitarbeiterinnen betreuen dabei Bürgerbüros um ihren Wohnort herum, sind also bekannte Gesichter und mit Lebensumständen und Mentalität der TeilnehmerInnen vertraut.
2007 waren fünf Mitarbeiterinnen im Einsatz und betreuten über 250 BürgerInnen. Leider wurde die Förderung des Projektes von Land und EU mittlerweile eingestellt, dennoch ist der Verein weiter tätig. Genaueres finden Sie in der Zusammenfassung des Projekts sowie auf der Website des Vereins. |
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:37 Uhr |
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Bilddarstellung für blinde Menschen |
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Geschrieben von: Achim Lorenz
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Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 08:00 Uhr |
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Die Barrierefreiheit des Internets - also die Zugänglichkeit des Internets für Menschen mit Behinderungen - ist seit Jahren ein großes Thema: Schließlich nutzen in Deutschland 80% aller Menschen mit Behinderungen das Internet. Bereits seit 2002 sind die Organe des Bundes verpflichtet, ihre Internetauftritte barrierefrei zu erstellen. Durch Sprachausgabe oder die Textausgabe in Brailleschrift können sogar Blinde das World Wide Web weitgehend nutzen, in Bilder enthaltene Informationen sind allerdings oft ein Problem. Der Informatiker Dr. Martin Rotard von der Universität Stuttgart hat dafür eine Lösung entwickelt, die auf dem Einsatz sogenannter skalierbarer Vektorgrafiken (SVG) beruht.
Herkömmliche Grafiken (sog. Rastergrafiken) sind für den Computer eine Ansammlung verschiedenfarbiger Bildpunkte ohne logische Struktur. Sie können zwar in tastbare Form ausgegeben werden, müssen dafür aber in Schwarz-Weiß-Bilder umgewandelt werden, da die Darstellung für Blinde nur zwischen tastbar und nicht tastbar unterscheiden kann. Bei dieser Umwandlung sind die einzelnen Elemente des Bildes oft nicht mehr wahrnehmbar, so dass der Informationsgehalt ganz oder teilweise verlorengeht.
Im Unterschied dazu sind skalierbare Vektorgrafiken (SVG) eine Beschreibung der einzelnen Komponenten eines Bildes. Diese Komponenten können bei korrekter Ausgabe auf einem abtastbaren (taktilen) Feld vom Blinden wahrgenommen und gedanklich wieder zum Gesamtbild zusammengesetzt werden. Ein weiterer Vorteil der SVG ist die mühelose Übertragbarkeit in eine andere Größe, ohne dass das Bild dabei unscharf wird - ebenfalls von Bedeutung für die Ausgabe auf taktile Felder. Rotard hat auf dieser Grundlage auch den Prototypen eines taktilen Webbrowsers entwickelt, der in einem gewissen Maß sogar konventionelle Rastergrafiken für Blinde erfahrbar macht.
Durch ihre logische Struktur können SVG auch für eine andere Entwicklung eingesetzt werden, an der Rotard beteiligt war: Einem Werkzeug, das aus in geeigneten Dateiformaten vorliegenden Lehrmaterialien einzelne Komponenten extrahieren kann. Auf diese Weise entsteht eine Bibliothek solcher Komponenten, aus denen dann automatisch neue Lehrmaterialien erstellt werden können, die auf die Bedürfnisse des Lernenden abgestimmt sind.
Die Dissertation Dr. Rotards, aus der diese Entwicklungen stammen, wurde mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis 2006 ausgezeichnet. Weitere Informationen können Sie einer Präsentation zu den Inhalten der Arbeit entnehmen, die ganze Arbeit kann von auf den Seiten der Universität Stuttgart abgerufen werden. |
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:36 Uhr |
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fragmich.org - Ein Konzept für eine Wissensplattform für jedermann |
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Geschrieben von: Achim Lorenz
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Freitag, den 21. Mai 2010 um 11:13 Uhr |
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Als Ganzes betrachtet ist das Internet eine überragende Informationsquelle: Nahezu jedes Detailwissen lässt sich in irgendeiner Ecke aufstöbern. Auf diese Art lassen sich leicht einzelne Fragestellungen lösen, die systematische Einarbeitung in ein neues Wissensgebiet ist damit aber nicht möglich. Zwar finden sich im Internet inzwischen immer mehr Online-Kurse, die sich genau dieser Aufgabe annehmen, doch findet man sie nicht für alle Themengebiete und - wichtiger noch - Rückfragen an einen Lehrenden sind in der Regel nicht möglich. "fragmich.org" ist eine Plattform, die gegründet wurde, um dem Abhilfe zu schaffen.
Im Prinzip ist fragmich.org zum einen eine nach Kategorien unterteilte Sammlung verschiedener E-Learning-Kurse - von Schulfächern über Sozialwissenschaften und aktuellen technischen Entwicklungen hin zu Allgemeinbildung und Wissen über Hobbies und Freizeitbeschäftigungen. Professionelle Betreuung von Experten ermöglicht Rückfragen beim Durcharbeiten bestimmter Lerneinheiten. Zum anderen ist es aber auch ein sozialer Treffpunkt, in dem Wissen ausgetauscht und Fragen von den Nutzern selbst beantwortet werden. Es gibt eine Blogfunktion mit Schlagwortverlinkung, Diskussionsforen, von Teilnehmern verfasste Nachschlagemöglichkeiten (Wikis) und Chats.
Außerdem dient fragmich.org auch als Plattform für sogenannte "blended learing"-Seminare, die Online-Lernen und Präsenzveranstaltungen miteinander kombinieren. Bei dieser Art von Seminar wird vor jeder mehrwöchigen Online-Lernheit eine Einführungsveranstaltung abgehalten, am Ende der Lerneinheit wird bei einer weiteren Veranstaltung der Lernerfolg kontrolliert.
Leider wird fragmich.org inzwischen nicht mehr vom Land Baden-Württemberg gefördert und musste dadurch die frei zugänglichen Teile der Plattform vom Netz nehmen. Der "blended learning"-Bereich ist aber weiterhin vorhanden und kann für die Durchführung solcher Seminare nach Rücksprache mit den Betreibern und anschließender Anmeldung genutzt werden.
Das Konzept "fragmich.org" wurde mit dem Wolfgang-Heilmann-Preis 2007/08 ausgezeichnet. Einen detaillierten Einblick in das Konzept erhalten Sie in der Projektdarstellung der Betreiber. |
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Februar 2011 um 14:37 Uhr |
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