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Geplanter Beitrag zur Konferenz der INTEGRATA-Stiftung „Humane Nutzung der Informationstechnologie“ am 14.10. 2010 im Radisson Blue Hotel Karlsruhe Drucken E-Mail
Geschrieben von: Achim Lorenz   
Mittwoch, den 03. März 2010 um 17:16 Uhr

Prof. Dr. Rolf Pfeiffer, Export-Akademie Baden-Württemberg und Vize-Präsident der INTEGRATA-Stiftung

Gliederung

 

1. Einführung, die Idee der INTEGRATA-Stiftung der „humanen Nutzung der Informationstechnologie“.

2. Was meint „Mehr Lebensqualität“? Eine Definition und Beschreibung erfolgt über die 10 Punkte des Stifters.

3. Was gehört zur IT? Hier wird üblicherweise stillschweigend die Kommunikation einbezogen, so dass der Bereich eigentlich (immer) IKT zu nennen wäre.

4. Wie kann Lebensqualität und IKT besser verknüpft werden?

5. Zusammenfassung

 

I.     Einführung

 

Bei einem Vortrag erzählte mir kürzlich ein Bekannter voller Stolz, dass er weder einen PC noch einen Internet-Anschluss, noch einen Fernseher habe. Seine „Lebensqualität“ sei so viel höher. Er war davon auch nicht abzubringen durch die Hinweise, dass er sowieso über Verkehrsleitsysteme, Abrechnungssysteme, Fahrkarten-Automaten, u.a. in IT-Systeme eingebunden wäre. Bei Fahrkarten-Automaten protestierte er sofort: Wenn er keine Fahrkarte am Schalter bekommt, fährt er mit dem PKW.

 

 Das Gegenteil ergab ein Gespräch mit unserem 26-jährigen Sohn. Seine Einstellung zu all der internationalen Kommunikation und personellen Abwicklung mit dem Computer in der Firma ist selbstverständlich und positiv. Doch auch privat nutzt er alle Möglichkeiten der IT. Er sagt aber dazu, dass er nicht mehr so up to date wäre und die geradezu revolutionäre Entwicklung nur am Rande verfolgen würde. Was aus meiner Sicht natürlich nicht stimmt. Da er alles mit grossem Interesse sieht, zeigt er einige Highlights für mich auf. An erster Stelle nennt er Facebook, das es ihm ermöglicht, jeden Tag weltweit mit 450 Freunden in Kontakt zu sein. Das findet er einen wunderbaren Fortschritt der IT, denn dieser Kontakt würde einen guten Beitrag zur Völkerverständigung bringen. Zählen wir dazu Youtube und andere Plattformen wie Xing und LinkedIn, so kommen weitere riesige Kontaktmöglichkeiten dazu. Er meint, dass diese geradezu revolutionäre Entwicklung entstanden ist, weil die Kontakte jetzt über das Handy statt über den Computer möglich sind, angeführt natürlich über das iPhone. So würde es vielen Menschen möglich, Teile ihres Privatlebens den Freunden auszubreiten, oft sehr detailliert mit Life-Videos. Durch die sog. Apps wären zudem endlose Spielereien möglich, von der Verfolgung des Körperfetts bis zum Kerzenausblasen mit dem iPhone.

 

 In beiden Fällen ist die IT im Hintergrund für die Allgemeinheit selbstverständlich, dagegen die private Sicht vollkommen verschieden. Offenbar ist es notwendig, die Lebensqualität etwas näher zu betrachten. Dies vor allem deshalb, weil die Einführung und Entwicklung der IT in vielfältiger Weise segensreich für die Menschen wirkt. Sie bringt die Menschen zwischen den Kontinenten näher durch Information und Kommunikation, sie hilft in der Medizin bei einer schnelleren und besseren Heilung, sie hilft bei der Erleichterung der schweren Arbeit, erhöht die Sicherheit, erleichtert die Bildung usw. Kurzum, die IT ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

 

Neue Entwicklungen gerade in den letzten Monaten beschleunigen die Information und Kommunikation insbesondere bei der sog. IT-Generation.

 

Doch wie bei allen Dingen des Lebens verwenden die Menschen neue Ideen und Entwicklungen nicht nur zum Segen, sondern auch zum Missbrauch für eigene persönliche Zwecke wie Macht, monetäre Vorteile usw. Dadurch wird es notwendig, sich auch mit diesen „Auswüchsen“ zu beschäftigen. Dies hat u.a. auch den Gründer der INTEGRATA-Stiftung zur humanen Nutzung der Informationstechnologie bewegt und daher sollen hier einige seiner Gedanken zur Darstellung des Themas einfliessen.

 

Doch nicht nur die Auswüchse, sondern auch „Kontaktflächen“ mit IT für jeden von uns sind inzwischen so vielfältig, dass es sinnvoll erscheint, sich wie der Stifter mit dem Thema in objektiver und unvoreingenommener Weise zu beschäftigen.

 

Viele Reaktionen im Rahmen der Stiftungsarbeit haben gezeigt, dass das Thema doch sehr oft in negativer Weise gesehen wird, im Sinne dass irgendwelche Leute (Wissenschaftler und Praktiker) wie Propheten durch die Lande ziehen, um vor der IT zu warnen. Das Gegenteil ist der Fall. Die IT soll hilf- und segensreich das Leben jedes Menschen verbessern. Was dies meint, soll nachfolgend mit einer einfachen Systematik und vielen Beispielen dargestellt werden.

 

Wenn wir z.B. in das Handelsblatt schauen, dann finden wir jeden Tag neue IT- Meldungen, die in positiver oder negativer Weise unser Leben beeinflussen. Wir wollen diese Meldungen als Beispiele in die später dargestellten zehn Punkte zur Lebensqualität einfliessen lassen.

 

II.    Was meint „Mehr Lebensqualität“?

 

Wie gerade erwähnt, sieht offenbar jedermann die Lebensqualität anders. Daher erscheint es sinnvoll, etwas detailliertere Kriterien zur Beurteilung zu verwenden.

 

So sind die zehn Punkte der Lebensqualität der INTEGRATA-Stiftung, die wir in langen Diskussionen gefunden haben, natürlich angeregt und ursprünglich formuliert durch Prof. Dr. Heilmann (Vortrag im FZI in Karlsruhe am 23. Oktober 2008 anlässlich der Verleihung des Dr. Wolfgang Heilmann-Preises für humane Nutzung der Informationstechnologie: „Bürgernahe Anwendungen der Informations- und Kommunikationstechnologie“) entstanden. Sie werden nachfolgend aufgeführt und mit Beispielen unterlegt.

Die zehn Punkte bestehen aus Programmen und Handlungsideen für die Menschen, aber auch für die Gesellschaft und Politik. Sie sollen auch als erste Anregung in jedem der folgenden 10 Kriterien (Thesen-Cluster) für das Portal HumanIThesia dienen.

 

 

1.  Gesundheit

 

Bewahrung und Wiederherstellung der körperlichen und geistigen

Gesundheit.

 

Das ist heute ein ungewöhnlich grosser Bereich geworden, der jeden Menschen intensiv beschäftigt.

 

Ein Beispiel aus do it.online (September 2009):

Dort wird das Telemedizin-Forum angekündigt: „Telemedizin – die Zukunft des Gesundheitswesens?“ Auf diesem Forum wurden Teleradiologie-, eHealth-, Telechirurgie- und Lifescience-Projekte vorgestellt, immer unter dem Aspekt, dass die Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit der Leistungserbringer eine immer grössere Rolle spielen. Sicher kann die Notfallversorgung und die stationäre Versorgung im ländlichen Raum durch die Telemedizin gut unterstützt werden, doch ist es sinnvoll, diese in allen Bereichen anzuwenden? Muss es sein, dass die Sicherheit und der Sinn- und Zeitnotstand so in Gefahr gebracht werden, nur um noch einige wenige Kosten einzusparen?

Sehr positiv ist dagegen folgende Nachricht im Handelsblatt vom 29.09.2009 zu beurteilen: „Elektronische Sehhilfen bestehen erste Praxistests“ mit dem Untertitel: „Chip im Auge könnte künftig den Blindenstock ersetzen - Marktreife für 2011 erwartet“. Hier können wir unmittelbar schon aus der Überschrift erkennen, dass diese Anwendung der IT unmittelbar die Lebensqualität von Mitmenschen erhöht. Die Forschergruppen gehen sogar so weit, zu behaupten, dass viele Patienten eines Tages wieder sehend gemacht werden können.

Am 19. Dezember 2009 erscheint diese Mitteilung auch im Schwäbischen Tagblatt, Dies deshalb, weil ein Tübinger Forschungsteam diesen enormen Schritt erreicht hat. So ist die Pilotstudie erfolgreich zu Ende und im neuen Jahr beginnt eine europaweite Studie, dazu wurde die CE-Zulassung beantragt. Danach kann der Chip in den europäischen Markt eingeführt werden (frühestens Ende 2010).

Welche unglaubliche Erhöhung der Lebensqualität.

 

Nicht ganz so drastisch, aber doch bemerkenswert für die Lebensqualität ist das Projekt zu beurteilen, das den Wolfgang-Heilmann-Preis gewonnen hat. Dieses Projekt beschreibt einen Rollstuhl, mit dem ein bewegungsloser Mensch nur mit der Bewegung seiner Augen den Rollstuhl steuern kann. Doch dieses Projekt wird nicht nur für den Preis beschrieben, sondern bei der Preisverleihung in Mannheim mit einem Prototyp auch vorgeführt. Die Anwendung der IT bringt eine grosse Erhöhung der Lebensqualität im Bereich Gesundheit.

 

Ein weiteres Beispiel aus dem Handelsblatt vom 22.09.2009 bringt weitere unserer Punkte ins Spiel. Die Überschrift lautet: „Therapie heilt Teenager von Computersucht“. Demnach werden Jugendliche leicht aus der Wirklichkeit gelockt mit Computerspielen und Internet. Oft finden dann die Jugendlichen keinen Weg zurück in die reale Welt. Ist diese Therapie aber notwendig? Aber natürlich, denn in der Wirklichkeit haben die Jugendlichen mit der Information und Kommunikation, der Bildung und Ausbildung für ihre eigene Zukunft, den Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten und der Führung von Menschen durch Menschen zu tun. Daher müssen sie sinnvoll und behutsam zurückgeführt werden. Für die jungen Menschen sind sie in der Wirklichkeit überlebenswichtig. Die genannten  Punkte der Wirklichkeit werden wir nachfolgend noch ansprechen.

 

Inzwischen gibt es auf diesem Gebiet interessante Weiterentwicklungen, die hier aufgeführt werden sollen, weil sie eigentlich auch unter Punkt 5. erwähnt werden könnten. Das Thema IT im Gesundheitswesen ist ein immer umfangreicheres Gebiet des bwcon. So war in einem Internet-E-Mail vom 15.12.2009 zu finden: „Telemedizin-Forum: Telemedizin- die Zukunft des Gesundheitswesens?“ und „Fachforum: Elektronische Dokumente und Archivierung im Gesundheitswesen“ sowie „Business Roundtable: IT-Sicherheit im Krankenhaus: Zeit für ein Update?“ . Es ist klar zu sehen, dass die IT im Gesundheitswesen immer wichtiger wird und in vielen Bereichen einzieht sowie Fragen aufwirft. Ob für diese Neuentwicklungen eine Erhöhung der Lebensqualität vorliegt, kann in diesem Moment noch nicht beantwortet werden. Das gilt insbesondere für die Gesundheitskarte, das zur Zeit am meisten umstrittene Projekt im Gesundheitswesen. Die Ärzte protestieren heftig gegen den „gläsernen“ Patienten, denn die Gesundheitskarte soll eine Vernetzung im Gesundheitswesen erreichen. Diese Karte wird in Deutschland kommen und eine Einsparung von bis zu 500 Mio. Euro im Jahr erreichen (Handelsblatt vom 1.12.2009, Seite 32/33). Die Einführung verursacht 1,5 Mrd. an Kosten, soll aber eine Vernetzung bringen, die in anderen Sektoren und Ländern längst vorliegt. Eine grosse Herausforderung wäre allerdings, dass nach der Ausgabe der Gesundheitskarte die Verknüpfung zwischen Praxen, Krankenhäusern und den Krankenkassen aufgebaut wird. Dazu müssten spezielle Kartenleser und Software installiert und die Rechner über sichere Router mit dem Internet verknüpft werden (Handelsblatt, 1.12.2009, Seite 33).

Die Karte hat die Daten des Patienten, dann kann der Arzt Daten speichern, die die Behandlung bei einem Notfall erleichtern, dann sollen die Ärzte untereinander ihre Arztbriefe verschicken können. Vorerst soll es kein elektronisches Rezept und keine elektronische Patientenakte geben. Dies wurde am 27.11.2009 mit dem Gesundheits-Minister vereinbart (vgl. Handelsblatt, 1.12.2009, Seite 32). Da aber viele europäischen Länder diesen „gläsernen“ Patienten schon haben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er auch in Deutschland eingeführt sein wird.

Das ist natürlich ein gutes Business und mögliches Wachstum mit neuen Arbeitsplätzen für die IT-Branche.

Wie soll hier die Lebensqualität beurteilt werden? Wie beurteilt dies jemand, der eine Chance sieht, einen neuen Arbeitsplatz im IT-Bereich zu erhalten?

 

 

2.  Sicherheit

 

Hierzu gehört die äussere und innere Sicherheit, unter Wahrung der Würde und der Freiheit des Menschen.

 

Bringt das total IT-gesteuerte Haus eine Erhöhung der Lebensqualität? Nun einmal erhöht es die Sicherheit gegen Diebe, da z.B. eine Anwesenheits-Simulation bei Abwesenheit (Automatisches Einschalten des Lichts, wenn es Nacht wird) bzw. Lichtanlagen (Garten, Hof, Garage) diese abweist. Weiter gibt es Anlagen mit Verbindung zur Polizei, die eine grössere Sicherheit gegen Einbrüche bei Abwesenheit bringt. All diese Sicherheitsaspekte bei Kriminalität sind jedoch ein Ausfluss der nicht sehr positiven Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Damit ist die Entwicklung der Lebensqualität als negativ einzuschätzen.

 

Positiv ist wiederum die Erhöhung des Komforts in einem Haus wie die frühzeitige Einschaltung der Heizung bei Rückkehr von einer Reise u.ä..

 

Wie ist aber die Verwendung von Sonnenreflektoren auf dem Dach meines Hauses zur Einsparung von Öl und Gas in Bezug auf die Lebensqualität einzuschätzen? Diese Frage wird in Punkt „9. Schutz der Natur und Umwelt“ diskutiert.

 

Ein wichtiger Punkt ist hier oder unter Punkt 4. einzuordnen. Er läuft unter dem Stichwort „Vorratsdatenspeicherung“. Hierzu gibt es fast 35 000 Beschwerdeführer vor dem Bundesverfassungsgericht, die bemängeln, dass das Vertrauen der Nutzer der IT schwindet, wenn Grundrechte eingeschränkt werden. Gemeint ist das seit Anfang 2008 bestehende Gesetz, dass Telekommunikations-Unternehmen Daten von Telefon- und Internetverbindungen für ein halbes Jahr speichern. Die Ermittler dürfen bei der Verfolgung schwerer Straftaten darauf zugreifen. Laut jetzt veröffentlichter Statistik hat die Polizei in 2008 knapp 14 000 Mal darauf zugegriffen.

Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich gerade damit, ein Urteil wird im Frühjahr erwartet (Handelsblatt, 16.12.2009).

Eine ähnliche Diskussion ist gerade im Jahr 2010 angestossen worden mit der zentralen Einkommensdatei Elena (vgl. Stuttgarter Zeitung vom 2.01.2010).

 

3. Freizügigkeit und Verkehr

 

Gemeint ist die Herstellung und Sicherung  der Freizügigkeit und menschenwürdige Verkehrsverhältnisse zur persönlichen Begegnung.

 

Freizügigkeit ist in unserer Gesellschaft ein hohes Gut geworden. Jeder

Mensch sieht es als selbstverständlich an, in jedem Augenblick hinfahren zu können, wohin er will. Dies erfordert ein unglaublich perfektes Verkehrssystem, damit jedermann auch jeden Punkt auf der Welt schnell erreichen kann. Daher wurden immer bessere Verkehrssysteme mit Hilfe der IT entwickelt, so dass heute kein Verkehrssystem ohne IT vorstellbar ist. Man denke nur an einen Flughafen, einen Schiffshafen oder einen grossen Personen-Bahnhof. Ja der Autoverkehr bricht heute in einer Stadt total zusammen, wenn die Computer zur Ampelsteuerung ausfallen.

 

Mehr und mehr gibt es Verkehrssteuerungen auf der Autobahn oder in der Stadt, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Abhängigkeit vom Wetter und von der Zahl der ankommenden bzw. vorbeifahrenden Fahrzeuge per IT regeln. Dies ist auch für die Abwicklung der Maut mit IT möglich, deren Computer-Programm vor Jahren in Deutschland wegen grosser Verzögerungen bei der Erstellung so grossen Wirbel verursacht hat.

 

Zu diesem Punkt gibt es viele schöne Beispiele aus der Ausschreibung und Vergabe des Wolfgang Heilmann Preises 2004/05, der unter dem Thema stand: „Verkehrsentlastung durch Telematik und Telekooperation“.

 

4. Information und Kommunikation

 

Hierzu zählt die Wiederherstellung und Erhaltung des Vertrauens zwischen Kommunikationspartnern durch sachgerechte Information und freie Kommunikation.

 

Diesen Punkt unterstreichen die fast wöchentlich erscheinenden „Datenskandale“. Wir erinnern uns an Telekom, Lidl, …und jetzt auch bei der Österreichischen Bundesbahn. Wir wollen uns mit diesen Überwachungen der Mitarbeiter und Bürger nicht weiter beschäftigen, aber auf den Umstand hinweisen, dass bei der Bundestagswahl in der Bundesrepublik eine „Piratenpartei“ angetreten ist, die als Internetpartei bzw. eine Vereinigung von IT-Freaks bezeichnet werden. Überraschend ist der ungewöhnlich grosse Erfolg dieser Partei. In dem Wahlprogramm dieser Partei steht, dass die Bürger eine

Kontrolle haben sollten, wer ihre Daten besitzt und sie weitergibt. Ebenso

sollen die Behörden alle Daten offenlegen, die sie über die Bürger besitzen.

 

Diese Forderungen deuten darauf hin, dass in unserem Land das Vertrauen der Kommunikationspartner eingeschränkt ist und auf eine neue Basis gestellt werden muss. Es darf keine Bespitzelung mehr stattfinden und die vertraulichen Daten dürfen nicht gesammelt und weitergegeben werden. Nur wenn dies erreicht ist, kann von einer Verbesserung der Lebensqualität gesprochen werden.

 

In diesen Bereich gehört auch eine ungewöhnliche Zeitungs- Meldung des Handelsblatts vom 22.09.2009. Die Überschrift lautet: „Facebook zahlt Millionen für Werbevergleich“. Der Anlass für diese Meldung ist, dass Facebook seit Ende 2007 mit seinem sog. Beacon-Programm automatisch die Facebook-Mitglieder über deren Einkäufe bei Facebook-Werbepartnern informiert hat. Eine Sammelklage in USA hat erreicht, dass das Programm abgeschaltet wird und Facebook eine Stiftung mit 9,5 Mio Dollar zur Förderung des Datenschutzes im Internet gründet. Ein Vorgang, der besonders zeigt, wie auf der ganzen Welt die IT allein im Datenschutz inhuman genutzt wird.

 

Dieser Datenschutz gehört natürlich auch in unseren Punkt 2., denn die äussere und innere Sicherheit eines jeden Menschen ist so gefährdet.

 

Doch nochmals zurück zu unserer Einführung. Dort wurde bereits auf die unglaubliche Entwicklung der mobilen Geräte hingewiesen. Die Gründe sind vielfältiger Natur:

Wer die „Spassfaktoren“ des Handys liebt, erfährt mit dem iPhone eine intensive Erhöhung seiner Lebensqualität. So zeigt ein Artikel im Handelsblatt vom 28.12.2009 (Seite 22/23), dass das iPhone einen unglaublichen Siegeszug um den Erdball erfährt und man daher eigentlich nicht mehr fragen kann: Erhöht es die Lebensqualität? Der Artikel hebt allerdings auf die Apps ab, mit der Überschrift: „ Der große Siegeszug der „Apps“. Die Apps sind kleine Programme für mobile Geräte, die offenbar das Internet revolutionieren und für diese vor allem Apple der Wegbereiter ist. Die kleinen Programme bieten einfache Dienste oder Unterhaltung. Zur Unterhaltung ist in letzter Zeit das App „Farmville“ besonders erfolgreich, das im vergangenen Monat weltweit ca. 60 Mio Nutzer aufweisen kann. Experten glauben, dass eine hohe Zahl von professionellen Anwendungen das Feld in Zukunft bestimmen werden. Insbesondere die Autohersteller sind hier schon aktiv. So hat BMW bereits einen App-Store vorgestellt. Aber auch die Marketing-Strategen sehen darin (in Zukunft) ein ideales neues Vehikel.

 

Nun gibt es aber gleichzeitig eine Entwicklung, die eine Investition in Stromnetze und Telefonkabel fordern. Diese sog. E-Energy soll ein software-basiertes Elektrizitäts-System entstehen lassen, das die Erzeugung, die Verteilung und den Verbrauch von Energie intelligent kontrolliert, steuert und regelt. Ein Beispiel wäre der intelligente Stromzähler, d.h. Abruf des Verbrauchs von der Zentrale des Energielieferanten aus. Experten sehen hierin auch die Möglichkeit für ein E-Government (siehe auch Punkt 8.).

 

Zum Abschluss soll hier ein Beitrag zur offenen Diskussion der Lebensqualität angeführt werden. In der Zeitschrift NEWS, Oktober 2009, Seite 27 und 28 ist ein Artikel zu finden mit der Überschrift „Kommunikation am Fließen halten- Wenn Telefon, Handy und PC lückenlos zusammenarbeiten“. Diese Stichworte sollen mal ausreichen, um eine Diskussion in Gang zu bringen.

 

5. Bildung und Ausbildung

 

Die Charakterisierung könnte lauten: Öffnung des Zugangs zu Bildung und Ausbildung nach Massgabe des individuellen Leistunsvermögens, zugleich aber Sicherstellung der weltanschaulichen Neutralität von Bildungsvermittlung und Unterhaltung.

 

Zu diesem Punkt sind vor allem sehr viele positive Beispiele zu nennen. Sie gehören natürlich zu einem grossen Teil aucch in Punkt 4., da zur Aus- und Weiterbildung immer Information und Kommunikation gehört.

 

Ein sehr segensreiches und einfaches internationales Beispiel soll hier aufgeführt werden. Durch persönliche Beziehung war es dem Autor möglich, Kontakt mit den Professoren-Kollegen der Universität in La Plata in Argentinien schon Mitte der 80iger Jahre aufzunehmen. Begeistert haben wir ein Abkommen zum Austausch von Studenten und Professoren und für gemeinsame Forschungsarbeiten geschlossen.

Sehr bald haben wir aber festgestellt, dass ein Brief, erst recht ein Paket mit Vorlesungs-Unterlagen, im Durchschnitt 6 Wochen unterwegs ist und jede zweite Sendung verlorengeht. Die Konsequenz war, dass wir die Unterlagen immer doppelt geschickt haben und immer einen Vorlauf von wenigstens 8 Wochen einplanen mussten (was häufig nicht geklappt hat). Dadurch kam die Kooperation einfach nicht richtig in Gang. Doch dann kam das Internet auf. Alle Beteiligten haben die Kooperation dann auf einem ganz anderen Niveau neu erfunden und genossen. Es gab einen unglaublichen Aufschwung und alle Punkte des Abkommens wurden intensiv genutzt, was nicht zuletzt den Studenten neue Studien- und Beschäftigungsmöglichkeiten in beiden Ländern eröffnete.

 

Zu erwähnen ist auch eine Meldung des do it. Newsletter vom 22.10. 2009, der sich selbst als „Der wöchentliche Infodienst der MFG zu mehr Innovation mit IT und Medien aus Baden-Württemberg“ darstellt. Darin ist unter „Nachrichten“ zu finden: „Neubau für den Studiengang „Medien und Informationswesen“ der Hochschule Offenburg. Das Land investiert 12,15 Mio. Euro und bekräftigt die Förderung von Bildung und Wissenschaft“. Diese Regierungsmassnahmen sind sicher sehr langfristig zu sehen, doch könnten sie unser Leben total neu gestalten, wie dies das Beispiel unter Punkt 7. zeigt.

 

Doch unter diesem Punkt hat die IT besonders viele Möglichkeiten gesehen, die Lebensqualität bzw. die Lernqualität zu erhöhen. Hier sind neuere Beispiele herausgegriffen, die besondere Diskussionen ausgelöst haben:

 

Management-Simulation:

 

 

Ein spezielles Beispiel aus dem Lernen für die Führung von Unternehmen soll hier etwas ausführlicher dargestellt werden (siehe auch Punkt 7.). Ein Studium der Betriebswirtschaftslehre soll u.a. dahin führen, dass ein Absolvent mit einigen Jahren Erfahrung die Führung eines Unternehmens in ausgeglichener und integrierter Form wahrnehmen kann. Dies meint, dass er alle Funktionsbereiche z.B. des produzierenden Unternehmens, also Beschaffung, Produktion, Marketing und Vertrieb, Logistik, Rechnungswesen und Finanzen, Personal (und Ethik), IT, so beherrscht und integrieren kann, dass die Zukunft des Unternehmens mit seinen Arbeitsplätzen immer gesichert ist. Dies wird theoretisch an den Hochschulen gelehrt, aber die Studenten können fast nichts damit anfangen, da dieses Gebiet zu einem grossen Teil nur in der Praxis gelernt werden kann.

 

Damit stellt sich die Frage, wie diese Lücke überbrückt werden kann bzw. wie die Einführung in die praktische integrierte (kybernetische) Denkweise in der Praxis erleichtert werden kann. Diese Brücke kann eine sog. Management-Simulation (auch Unternehmens-Planspiel genannt) bringen.

 

Eine solche Management-Simulation könnte beispielsweise das „LearnSim“ sein. Dieses ist eine sehr komplexe aber dadurch sehr realistische Simulation von 3 bzw. 4 produzierenden Unternehmen, die alle auf 5 verschiedenen und unabhängigen Märkten aktiv sind und in Konkurrenz diese Märkte bearbeiten. Das Management-Team mit 3 bis 4 Mitgliedern hat 28 Entscheidungsvariablen, um ihr Unternehmen zu steuern. Diese Variablen erstrecken sich über die Beschaffung, zur Produktion und Forschung, Investitionen, Werbung, Vertrieb und Preise, bis zu den Krediten, dem Gewinn und der Marktforschung. Das Team entscheidet selbst, wer welchen Bereich in Verantwortung übernimmt.

 

In 8 Entscheidungsrunden (Quartalen) entscheiden die Teams über die erwähnten Variablen. Nach jeder Entscheidungsrunde werden die Ergebnisse aus den 5 Märkten nach Marktanteilen und Auftragseingang und den daraus sich ergebenden Ergebnissen der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kostenrechnung, der Liquiditätsrechnung und der Kreditsituation ausgewiesen. Auf dieser Basis können die Teams wieder ihre neuen Entscheidungen für die nächste Runde treffen.

 

Jeweils 4 Entscheidungsrunden sind ein Jahr, an dessen Ende die Geschäftsberichte der Konkurrenten ausgewiesen werden. Diese dienen vor allem in der vierten Runde zur Orientierung an den Konkurrenten. Nach der achten Runde (also am Ende des zweiten Jahres) wird eine Hauptversammlung durchgeführt, damit die Teams die Chance haben, ihre Ergebnisse den Aktionären vorzustellen.

 

Die Spielleiter präsentieren im Vergleich zwischen allen Unternehmen am Schluss der Simulation die Entscheidungen und die Ergebnisse in einer Power-Point-Präsentation und finden das beste Unternehmen. Die Teams mit der besten Zukunftsorientierung für ihre Unternehmen werden dabei besonders hervorgehoben. Eine besondere Rolle bei der Bewertung der Unternehmen spielt die Unternehmens-Philosophie, da genau sie die Zukunftsorientierung im Wesentlichen bestimmt.

 

Der Lerneffekt für die Praxis erscheint uns ungewöhnlich hoch, daher für die Lebensqualität des Einzelnen und der Gesellschaft als positiv zu beurteilen.

 

e-Learning:

 

 

Eine weitere zukunftsorientierte Entwicklung ist das e-Learning, auch Blended- Learning genannt. Diese Form des Lernens eignet sich besonders gut für das Lernen während der Berufstätigkeit (berufsbegleitendes Lernen). Da die meisten Teilnehmer des e-Learnings nicht die reine Form des Lernens nur über das Internet mit vorgegebenen Modulen wünscht, werden neben diesen sog. Selbstlernphasen auch Präsenzphasen eingeschoben, die zum persönlichen Treffen vorgesehen sind. In diesem Fall nennt man diese Lernform „Blended-Learning“. Sehr häufig wird diese Form des berufsbegleitenden Lernens für den Erwerb eines akademischen Grades oder eines Zertifikats verwendet. Dabei werden eine Vielzahl von Modulen im Verlauf von z.B. 2 Jahren für einen MBA mit Prüfungen absolviert.

 

Ein einfacheres Beispiel als der MBA soll hier angegeben werden: Das Modul „Grundlagen des Marketings“ aus dem Zertifikatslehrgang Internationales Marketing der Export-Akademie Baden-Württemberg. Dieses Modul läuft über etwas mehr als 6 Wochen. Der Beginn mit der Vorstellung aller Teilnehmer und den Dozenten, sowie das Programm mit der Einführung in die Grundlagen des Marketings ist in Präsenz am Freitag von 15 – 21 Uhr. Am Samstag von 8.30 – 13.30 Uhr werden die Marketing-Instrumente diskutiert. 3 Wochen später treffen sich erneut alle Studenten in der Export-Akademie zu den gleichen Zeiten, um Fallstudien durchzuarbeiten und den Lehrstoff der vergangenen 3 Wochen zu diskutieren und neue Inhalte aus der Marktforschung anzugehen. Dies gilt auch für die dritte Präsenzphase 3 Wochen später, in der die Marketingpolitik, die Wiederholung des Stoffes und die Prüfung über 2 Stunden angesiedelt ist.

 

Der Grundsatz ist, dass 20 % des Lehrstoffes in Präsenz an der Export-Akademie erarbeitet wird und 80 % in eigener Regie (zu Hause). Diese Form hat eine grosse Zahl an Vorteilen:

- Der Teilnehmer kann lernen, wann er Zeit und Lust dazu hat (nicht zu müde und nicht motiviert)

- Der Teilnehmer kann jederzeit bei dem Dozenten rückfragen, wenn er etwas nicht versteht

- Der Teilnehmer kann jederzeit die anderen Teilnehmer fragen, wenn er mit Inhalten Probleme hat

- Zudem erfährt er neuestes Wissen unmittelbar aus der Praxis bei den Dozenten

- Er studiert Fallstudien mit Praktikern

- Er kann Erfahrungen mit den Dozenten und Teilnehmern aus verschiedenen Branchen austauschen und

- Er kann auf eigene individuelle Fragen und Probleme eingehen.

 

Diese Selbstlern- und Wochenendphasen empfinden die Teilnehmer als einen grossen Fortschritt in der Art zu lernen und ein Zertifikat (oder MBA) zu erreichen. Sie empfinden dies als eine Erhöhung der Lebensqualität, um zu lernen oder oft um überhaupt ein solches „Lernprojekt“ anzugehen.

 

Zu erwähnen ist noch, dass die vorgenannte Management-Simulation LearnSim auch in Form des e-Learnings bzw. des Blended-Learnings durchgeführt werden kann.

Die Vorstufe zu dem Blended Learning sind die sog. WBTs (Webbased Training) oder davor die DVD und Hörbücher. Interessant ist hierzu eine Anzeige im Handelsblatt vom 11.12.2009 in der 150 Vorlesungen unter der Überschrift „die uni zuhause“ angeboten werden.

 

6. Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten

 

In diesem Punkt ist zu erwähnen: Schaffung von Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten, die auf die Menschen zugeschnitten sind, in ausreichender Zahl und Qualität, um das Gemeinwohl zu fördern und Wohlstand für alle zu erzielen.

 

IT gehört zu den sog. Querschnitts-Technologien, die besonders viele neue Arbeits- und Erwerbsmöglichkeiten eröffnen. Ein besonders auffallendes und schönes Beispiel ist die SAP? Dieses Unternehmen hat innerhalb von wenigen Jahren mehr als 30 000 Arbeitsplätze geschaffen. Diese Arbeitsplätze sind eindeutig der IT zuzuordnen. Dies ist nicht so bei der erwähnten Querschnittstechnologie. Dies meint, dass heute moderne Maschinen nur noch mit IT laufen können. Daher werden in einem Maschinenbau-Unternehmen Arbeitsplätze geschaffen, um die Maschinensteuerung einzurichten und zu warten. Die der IT zuordenbare Arbeitsplätze sind schwer ermittelbar. Sie werden per Umfrage vom Statistischen Bundesamt ermittelt und veröffentlicht. Die Zahlen liegen daher weit zurück, nämlich von 2002 und sollen daher hier nicht übernommen werden.

 

Eines der ersten Beispiele im Bereich der IT ist der Arbeitsplatz zu Hause. Dieser wird heute immer aktueller, denn mit den Bestrebungen der Frauen, nach einem oder mehreren Kindern wieder in gewissem Umfang arbeiten zu können, passt diese Entwicklung besonders gut. Schon 19987 hat Prof. Heilmann ein Buch dazu veröffentlicht mit dem Titel: Teleprogrammierung. Doch erst jetzt scheint dieser Gedanke richtig aktuell zu werden. So wird im Handelsblatt vom 14.09.2009, Seite10 unter der Überschrift „Schöne neue Arbeitswelt“ ausgeführt, dass Mitarbeiter sich in Zukunft vernetzen können und von überall aus arbeiten. „Von einer einzigen Software-Plattform können Telefonate, E-Mails und Konferenzen über einen Klick aus jeder Anwendung heraus gestartet werden“ …und dies dürfte in den nächsten 10 Jahren in der Geschäftswelt einen ebenso tiefgreifenden Wandel auslösen wie in den 90-iger Jahren die E-Mail-Technologie (Handelsblatt, 14.09.2009, Seite 10).

 

7. Führung von Menschen durch Menschen

 

Unter diesem Punkt ist die Weiterentwicklung der Informationstechnologie zu einem hilfreichen Instrument für die Führung von Menschen durch Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft zu sehen.

 

An erster Stelle steht hier, dass heute alle Mitarbeiter in allen Abteilungen in einem Unternehmen Zugriff auf die Informationen für Produkt und Produktion haben wollen, um schnell und effizient arbeiten zu können. Natürlich setzt das voraus, dass ein entsprechendes Computersystem im Unternehmen etabliert wird. Dies ist meist nicht gerade billig und ist daher in die Überlegungen zur Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens einzubeziehen. Die Weiterentwicklung der IT in den letzten Jahren hat hier enorme Fortschritte gebracht.

 

Hier kommt unmittelbar das Problem der Führung über den „kalten“ Computer zur Sprache. Das persönliche Gespräch fehlt und dies vermissen viele Mitarbeiter. Daher ist zumindest eine angemessene Mischung durch die Führungskräfte zu verwenden.

 

In diesem Bereich beurteilen eine grosse Zahl von Mitarbeitern die IT nicht besonders positiv.

 

8. Partizipation der Bürger an der Meinungsbildung

 

Hierzu ist die Förderung der Partizipation der Bürger an der öffentlichen Meinungsbildung und Gestaltung des Gemeinwesens im Gleichgewicht von Freiheit, Ordnung und Gerechtigkeit zu zählen.

 

Dieses Gebiet wird auch „Virtuelles Rathaus“ oder „Electronic Government“ genannt und ist noch am wenigsten entwickelt. Es werden noch immer die Chancen und Risiken der Verwendung der IT bei den Dienstleistungen der öffentlichen Hand heftig diskutiert und so kommen nur offensichtliche Bereiche mit wenig Risiken weiter. Dies gilt für die Bibliotheken oder Datenbanken für Einwohner-Meldedaten. Auch im Bereich der PKW-Erfassung gibt es weit entwickelte Systeme. Doch bei den öffentlichen Diensten liegt ein weites Feld vor uns und daher möchten wir dieses der Diskussion der Experten im HumaniThesia überlassen.

 

9. Schutz der Natur und Umwelt

 

Der Kern dieses Punktes liegt in dem Schutz der Natur und Umwelt vor Raubbau und Zerstörung zugunsten der natürlichen Prozesse und der kommenden Generationen.

 

Die do it.online vermeldet am 9.11.2009 mit der Überschrift „Klimaneutrale Webkonferenzen“, dass eine Karlsruher Firma ihre Lösungen für Online-Meetings und Zusammenarbeit über das Internet jetzt als klimaneutral anbietet. Neben dem Vorschlag, nicht zu Terminen zu reisen, sondern Online-Meetings durchzuführen, meint das Unternehmen, dass sie auch diese Online-Meetings klimaneutral ermöglichen. Dies dadurch, dass das Unternehmen für ein Projekt in Mexiko spendet, bei dem aufgeforstet wird, so viel wie auf sieben Fussballfeldern. Diese Fläche Wald entzieht der Atmosphäre so viel CO2, wie der Energieverbrauch der IT-Infrastruktur innerhalb von 15 Monaten erzeugt.

 

Dies ist zwar ein gut gelungener Werbegag, zeigt aber doch, wie in zunehmendem Masse der Schutz von Natur und Umwelt in den Gedanken der IT-Experten eine Rolle spielt.

 

Eine direkte Energie-Einsparung bei ihrem IT-System verkündet dazu die Bosch und Siemens Hausgeräte durch die Verwendung einer neuen IT-Umgebung.

 

Die gesamte Bevölkerung wird allerdings auch aktiviert, denn in allen Medien wird zunehmend gezeigt, welche Umweltprobleme die Urwaldrodungen hervorrufen und Elefanten wegen Elfenbein wahllos abgeschossen werden. Es ist heute kein Problem, entsprechende Berichte aus aller Welt in geradezu drastischer Weise minutenaktuell über das Fernsehen, Youtube, Aktuelles aus aller Welt bei gmx oder iPhone zu erhalten. Meist ziehen die Nachrichten an den Menschen vorüber, ohne dass sie registriert werden. Ganz langsam ist aber doch eine Veränderung des Bewusstseins festzustellen. Dies ist sicher v.a. ein Erfolg der IT.

 

Hier wieder ein ganz aktuelles Stichwort: Die „grüne IT“. Gemeint ist damit eine ökologische Informationstechnologie, die mit Hilfe intelligenter Software ein Viertel ihres CO2-Ausstosses reduzieren kann. Dies ist zu finden in der Studie der Telekom und anderen IT-Firmen mit dem Titel „Smart 2020 Deutschland“.

 

10. Überwindung des Sinn- und Zeitnotstandes

 

Dieser Punkt soll aufzeigen, dass der Sinn- und Zeitnotstand moderner Menschen überwunden werden sollte zugunsten einer würdigen Lebensführung mit Musse für Kultur und Religion.

 

Ohne Zweifel hat die weltweite Einführung des Internets im Vergleich zum Telefon einen grossen Fortschritt im Sinn- und Zeitnotstand erreicht. Die Botschaften der Partner und Freunde können abgearbeitet werden, wenn die Zeit es zulässt und wenn einem von der Konzentration her oder auch die Lust und Laune dies passend erscheinen lassen. Der Zeitdruck und das ständige Stören und Unterbrechen des Telefons fällt so weg und die Inhalte können in Ruhe und konzentriert abgearbeitet

werden.

 

Hier tritt allerdings ein neues Problem auf, nämlich dass die privaten und geschäftlichen Internet-Briefkästen buchstäblich „zugemüllt“ werden und grosse Schwierigkeiten bringen bei der Installation eines Spam-Filters.

 

Grosse Schwierigkeiten bereiten allerdings die Spielhallen und Spielprogramme mit geradezu grausamen elektronischen und sehr realistischen Spielen, in denen nach Maximierungs-Überlegungen Menschen abgeknallt werden. Die hier aufgekommene Spielsucht ist inzwischen ein echtes Problem in der Gesellschaft. In USA gibt es inzwischen eine Therapie zum Entzug von Computermaus und Spielekonsole von 45 Tagen Dauer und 12 Schritten. Die Therapie ist vergleichbar den Methoden im Kampf gegen Alkohol. Das ist ein erster Schritt zur Überwindung des „Sinnnotstands“, denn vor allem Jugendliche tauchen ein in die Phantasiereiche und finden oft keinen Rückweg in die reale Welt. Hier ist noch viel Forschung notwendig. (siehe auch unter 1.).

 

Viele Menschen geniessen heute das online-Shopping, gerade wenn es auch international getätigt werden kann. Alle Einkäufe, alle Reisen können von zu Hause aus getätigt werden, am Abend, am Wochenende, oder wann immer. Die entsprechenden Produkte werden dann nach Hause gebracht. Die Gerichte entscheiden bei Problemen immer mehr zugunsten des Verbrauchers (Handelsblatt, 21.10.2009, Seite 15). Dies ist sicher ein Beitrag zur Beseitigung des Zeitnotstandes, aber auch des Sinnnotstandes, sofern die freiwerdende Zeit in „sinnvoller“ Weise genutzt wird. Hierzu sind auch alle „Suchfunktionen“ zu zählen, wie Telefon, Fahrplan, Firmenadressen, Marktforschung,…, denn diese Funktionen sind in wesentlich kürzerer Zeit als früher mit der IT durchzuführen.

 

Weitere Punkte sind hier zu erwähnen, die in alter Form das Leben erschweren und mit IT Zeit- und Sinn-Vorteile bringen, wie: Steuerung von Gebäuden, alle Ausgaben der Mitarbeiter auf einer RFID-Karte, Steuerung von Bibliotheken, Scannen von Produkten an der Kasse, Anzeigensysteme in Bussen, U-Bahnen, Bahn,…, Sticks mit hoher Speicherkapazität, usw. Das Ziel ist, besser informiert zu sein, damit Zeit einzusparen und mit der erhaltenen Zeit „Besseres“ anfangen zu können.

 

Die Frage ist allerdings immer, auch bei Facebook, ob nicht mehr Zeit notwendig ist als früher oder das IT-System diese neue Zeit in Anspruch nimmt.

 

In der Summe würde ich diesen Punkt als positiv bewerten, d.h. Bei heutigem Stand wird die Lebensqualität erhöht.

 

 

III.  Was gehört zu „Die Informationstechnologie“?

 

Die Zuordnung ist nicht nur eine statistische Frage, sondern auch eine Frage der Lebenseinstellung mit Zielen und Werten und eine Frage: Welche Bereiche haben den grössten Einfluss auf unser Leben? Daher fällt jede Definition verschieden aus.

- Sehr häufig wird unter den Begriff der „IT“ auch die Kommunikations-Technologie subsummiert. So wollen wir das hier auch sehen. D.h. der grosse Bereich des Fernsehens, Radios, usw., also der Unterhaltungs-Elektronik und Unterhaltungs-Wirtschaft ist ein Teil der IT. Dies erweitert diesen Begriff natürlich enorm und zeigt weiter, welch grosser Einfluss durch die IT , besser IKT (um die Kommunikation mit dem K hier einzufügen), auf unser Leben ausgeht.

 

Der Umsatz der IKT zeigt seine Bedeutung (siehe auch die folgende Grafik). Hier: Statistisch erfasst über die Bitkom. (Bild folgt)

Auch für die Zukunft zeigen die Daten der folgenden Grafik ein enormes Potential. Dabei sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen die Treiber, da bei den aufgeführten 20 Unternehmen nur wenig IKT-Unternehmen zu finden sind. Sie müssen also bei den restlichen ausgewerteten Unternehmen sein. Hinweis: Die Telekommunikation ist noch extra mit 9 Mrd.aufgeführt. (Bild folgt)

 

IV.   Wie kann Lebensqualität und IKT besser verknüpft werden?

 

Die Frage aus unserer Überschrift kann gezielt angegangen werden durch eine weitere Frage: Welchen Einfluss hat die Informationstechnologie auf jeden der einzelnen der 10  Punkte aus Punkt II. der „Lebensqualität“?

Hier werden nochmals einige Punkte aus den vorherigen Ausführungen aus anderer Sicht herausgegriffen und abgewogen.

 

Beispiele:

 

1. Steuerung der Prozesse in den Unternehmen mit IKT: Der Mensch wird unter Stress gebracht und ist total fremdbestimmt. Sein Unternehmen wird konkurrenzfähiger und sein Arbeitsplatz sicherer. Aber: Die Lebensqualität leidet darunter.

2. Steuerung des Verkehrsflusses mit IKT: Der Mensch ist ebenfalls fremdbestimmt, er verbraucht aber weniger Energie und fährt mit weniger Stress. Die Lebensqualität steigt in grossem Masse.

3. Unterstützung der Gesundheit mit IKT: Die Genesung kann zu Hause stattfinden, dadurch ist der Mensch weniger Stress ausgesetzt, hat weniger Ansteckungsgefahr und das Gesundheitssystem ist billiger bzw. die Kosten rennen nicht davon. Die Lebensqualität steigt in allen Bereichen und unterstützt auch noch die gesellschaftlichen Fragestellungen in positiver Weise.

4. Das Blended Learning hat eine Möglichkeit aufgezeigt, wie die grossen Anforderungen aus dem zukünftigen lebenslangen Lernen besser bewältigt werden können. Jetzt sind noch die Augen der Softwareentwickler darauf zu richten, dass sie gute und klare Lernprogramme den allein Lernenden anbieten, mit einfachen Möglichkeiten zu kommunizieren. Die Lebensqualität steigt.

 

Sehen wir uns all diese Beispiele unter den Punkten der Lebensqualität und die 4 vorstehenden Punkte an, so stellen wir fest, dass eine Ebene unter diesen Punkten existieren muss, die vielleicht mit der Lebensqualität eng verbunden ist. Das ist sicher die immer wieder erwähnte „Gesellschaft und Wirtschaft“ und  deren Werte. Dies bedeutet, dass wir uns zur Veränderung der Lebensqualität auch Gedanken machen müssen zur Veränderung der Gesellschaft und Wirtschaft.

 

Greifen wir auch hier zuerst auf Beispiele aus der Wirtschaft zurück:

 

Dazu ist in vielen Zeitschriften etwas zu finden. Hier wollen wir die Veröffentlichung des Handelsblatts ansehen: „Eine Idee verändert die ganze IT“ Unterüberschrift: „Cloud Computing bietet neue Chancen – nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Anbieter“. Die Idee ist, ..“dass Computernutzer künftig IT einkaufen, wie Strom aus der Steckdose“ (Handelsblatt vom 3.12.2009, Seite 34). Die IKT wird hierbei komplett aus dem Internet bezogen ohne sonstige Investitionen in IKT. Die Abrechnung erfolgt nach Nutzung, allerdings mit Standardisierung ihrer IKT. Von dieser Standardisierung seien die Entwickler allerdings noch weit entfernt (so Volker Smid, Deutschland-Chef von HP in diesem Handelsblatt). Allerdings gibt es viele Experten, die eine Veränderung der gesamten Informationswirtschaft vorhersagen.

 

Sehen wir die Veröffentlichungen von Apple und IBM an, so können wir das schon glauben. Apple hat im 3. Quartal 2009 eine Erhöhung des Umsatzes um 25% und eine Erhöhung des Gewinns um 47%. Trotz Krise sind die Verkäufe von iPhone und Laptop auf Rekordniveau gestiegen (Handelsblatt, 21.10.2009, Seite 15). IBM hat sich nun auf Software und Dienstleistungen fokussiert und fährt damit sehr gut. Der Umsatz ist zwar um 7,2 % im 3. Quartal gesunken, doch die Gewinne haben im gleichen Zeitraum um 14% zugenommen. Damit ist das Ergebnis deutlich besser als das von anderen IT-Konzernen. Dies ist auch am Aktienkurs festzustellen, der von Jahresanfang bis zum 18.10.2009 um 50% gestiegen ist (Handelsblatt, 19.10.2009, Seite 15). Sehr deutlich ist zu sehen, dass sich die grossen Unternehmen an die Veränderungen der Wirtschaft sehr schnell anpassen bzw. selbst zur Veränderung der Wirtschaft beitragen.

 

Eine etwas ungewöhnliche, aber vermutlich bald vorliegende Situation in unserer Gesellschaft ist als Top-Meldung ebenfalls in dem do it. Newsletter vom 22.10. 2009 zu finden:

„Technikgespickte Gemütlichkeit.

Fast 14 Mio. Deutsche werden im Jahr 2020 über 70 Jahre alt sein. Und immer mehr von ihnen werden trotz diverser Gebrechen relativ selbständig in den eigenen vier Wänden wohnen. Möglich wird dies durch IT-basierte Technologien, die Signale aus der Umgebung auffangen und daraus Hilfen für die Senioren ableiten. Ein Living Lab am Forschungszentrum Informatik (FZI) Karlsruhe gibt Einblicke“.

 

Sehr interessant sind die Diskussionen der letzten Zeit um das Brutto-Inlands-Produkt (BIP). Soll dieses weiter als alleinige Messlatte für die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft dienen? Ein Expertenbericht, präsentiert von Frankreichs Staatspräsident Sarkozy, verneint dies. Diesen Expertenbericht hat immerhin der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph Stieglitz vorgelegt. Der Bericht empfiehlt, die Gesundheit der Menschen, ihr Konsum-Verhalten, ihr Einkommen, ihren Besitz und das Freizeitverhalten in die Messungen aufzunehmen. Weiter sollten die Schäden für die Umwelt eingehen und die Ungleichheiten in der Gesellschaft. Die EU beschäftigt sich schon mit diesem neuen „Fortschrittsbarometer“ und will die „Umwelt- und Lebensqualität“ in die Messung einbeziehen. Diese Ideen sind gut, die entsprechenden Modelle haben sich aber nicht durchgesetzt. Das liegt sicher nicht an der aufwendigen IT, die zur Erfassung all der Daten notwendig ist und dann erst recht notwendig wäre, sondern an dem internationalen Konsens, um die Indikatoren vergleichbar zu machen (vgl. Handelsblatt, 15.09.2009).

 

Interessant ist auch der letzte Satz aus dem „Sun Inner Circle Newsletter October 2009“ : ...“that not only make money but that also make a real difference in our environment and in our society“. In diesem Newsletter wird Ingenieuren nahegebracht, wie sie in Zukunft ihre Produkte und den Service konstruieren sollen.

 

Nun noch zum Abschluss zwei weitere Beiträge, die die Veränderung der Menschen durch den Umgang mit IT untersuchen. Zuerst eine Analyse der unterschiedlichen schulischen Leistungen zwischen Jungen und Mädchen. Dieser ganz spezielle Aspekt wird hier aufgeführt, weil viele Menschen vorschnell behaupten, dass der Grund in den Computer- und Videospielen liegt, mit denen sich die Jungen tagelang beschäftigen. Doch die Ursachen sind wesentlich komplexer. Die Gründe sind folgende, ermittelt von Aktion Bildung, März 2009, drittes Jahresgutachten:

 

1. Feminisierung, d.h. In den Kindergärten und Grundschulen sind die Erzieherinnen und Lehrerinnen in der Überzahl

2. Der Unterricht ist zu wenig auf die Jungs zugeschnitten (Beispiel: Bewegungsbedürfnisse)

3. Keine Integration von Computer- und Videospielen in den Unterricht, besser natürlich die Interaktive Unterhaltung

4. Die Lehrer (und Eltern) sind auf diese neuen Medien nicht vorbereitet.

 

Auch hier zeigt sich also, dass vielleicht durch eine intensivere Beschäftigung der Gesellschaft mit den neuen Entwicklungen der IKT und kleinen Korrekturen bei der Arbeit eine höhere Lebensqualität erreicht werden kann (vgl. Handelsblatt, 15.09.2009).

 

Schliesslich war im Handelsblatt ein Artikel mit der Überschrift „IT verändert das Gehirn“. Diese Überschrift war natürlich elektrisierend. Zitiert werden 8 Untersuchungen von Forschern aus USA, D, GB und Kanada. Die Forschungsergebnisse zeigen:

 

1. Internet und Computerspiele fördern den schnellen Umgang mit Informationen und Reizen

2. Sie fördern auch das sog. Multitasking

3. Zudem fördern sie die visuelle Aufmerksamkeit

4. Vielsurfer im Internet können besser planen und Informationen erfolgreich verarbeiten

5. Die Suche im Internet regt im Gehirn Regionen für das Kurzzeitgedächtnis und Entscheidungsfindung an. Das ist vor allem im Stirnlappen.

 

Weitergehend ist im Handelsblatt, 19.11.2009, Seite 20 zu finden: „Die Suche im Internet regt komplexe Hirnaktivitäten an und hilft möglicherweise, die Funktionen des Gehirns zu üben und zu verbessern“.

 

Doch es gibt auch negative Wirkungen, wie die Forschungen zeigen:

 

1. Computerspiele befördern Aufmerksamkeitsdefizite, d.h. die Vielspieler werden schneller müde

2. Das Internet verleitet zum oberflächlichen Lesen, es entstehen neue Formen des „Lesens“

3. Die visuellen Möglichkeiten fördern eine visuelle Intelligenz, aber dies auf Kosten der tieferen Verarbeitung, d.h. Analysefähigkeiten, kritisches Denken, Vorstellungsfähigkeit und Reflexion bleiben auf der Strecke (vgl. Handelsblatt, 19.11. 2009, Seite 20)

 

Eine spontane Anmerkung ist hier naheliegend: Das Navi erfordert enorme Anstrengungen in der IKT-Forschung und bringt inzwischen auch unglaubliche Umsätze. D.h. Viele Menschen verlassen sich in allen Lebenslagen blind auf die Angaben und Weisungen dieses Geräts und sind nach Jahren des Gebrauchs des Navi unfähig, sich ohne das Gerät auch nur um die Ecke zu orientieren. Die Begeisterung für dieses Gerät kennt bei vielen Menschen aber keine Grenzen.

 

Insgesamt ist aber auch hier zu sagen, dass kein Urteil über die Lebensqualität abgegeben werden kann. Die neue Computer-Generation empfindet die Vorteile als Zunahme, die Nicht-Computer-Generation als abnehmend, da zu viele „wichtige“ Eigenschaften der Menschen verlorengehen.

 

V.    Zusammenfassung

 

Lebensqualität und IKT können besser miteinander verknüpft werden, indem die Forscher und Experten in Zukunft mehr über die Möglichkeiten nachdenken und vor allem die bereits auf der Hand liegenden Verknüpfungen mehr in Betracht ziehen. Dies ist an den Literaturangaben aus dem Handelsblatt zu erkennen, in dem nahezu jeden Tag eine neue Anregung zur Lebensqualität und IKT zu finden ist.

 

Je mehr man sich mit dem Thema der Lebensqualität und IKT beschäftigt, desto faszinierender wird es. Schon allein offene Augen im täglichen Leben zeigen viele Varianten des Einflusses der IKT auf unsere Lebensqualität. Sind wir innovative Menschen, empfinden wir schon die Einführung der IKT in neue Lebensbereiche als sehr positiv, auch wenn sie vielleicht später sehr negativ für die Gesellschaft sein werden. Dies zeigt, dass es sehr wichtig ist, sich jeden Tag mit der humanen Nutzung der IKT zu beschäftigen, um unsere Lebensqualität zu erhalten.

 

Dies bedeutet nicht, jeden Tag gegen die IKT zu Felde zu ziehen, sondern nur mit wachen Augen die Entwicklung zu verfolgen und für das eigene Leben frei und unbeeinflusst dazu Entscheidungen zu treffen. Wiederum ein Beispiel zeigt diese Möglichkeit auf. So kann ich mein Manuskript für diesen Beitrag von Hand erstellen und dann mit der alten Technik Schreibmaschine tippen lassen. Dies bringt dann den Herausgeber und den Verlag in grosse Schwierigkeiten. Erstelle ich das Manuskript über den PC mit Internet-Anschluss, so ist das für mich Tipparbeit, aber das Manuskript kann leicht geändert und schnell und einfach versandt werden. Aber wehe, während der Erstellung oder am Schluss geht etwas in der IT kaputt und ich habe vergessen, regelmässig eine Sicherungskopie zu machen. Allerdings gibt es heute viele gute Experten, die das Problem schnell und gut lösen können. Es gibt aber genug Menschen, die diese gesamte Situation als Verschlechterung der Lebensqualität ansehen.

 

Doch was ist letztlich das Fazit all der vielen Überlegungen mit Beispielen:

 

* Der einzelne Mensch hat Ziele und Werte, nach denen er den Einfluss der IKT auf seine Lebensqualität beurteilt

* Institutionen (auch Unternehmen) haben Ziele und Werte, nach denen sie die Verwendung der IKT zum Wohle ihrer Mitarbeiter beurteilen und

* die Gesellschaft und Politik verfolgen eine Lebensqualität nach ihren Zielen und Werten und benutzen dazu die IKT in passender menschlicher Weise.

 

Das Ziel der Integrata-Stiftung muss es daher sein, auf diese Zusammenhänge ständig hinzuweisen (Humanithesia und Heilmann-Preis) und dabei die Gefahren bei der Verwendung der IKT immer im Auge zu behalten.

Mit HumaniThesia wird die Basis geschaffen, dieses Ziel zu erreichen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 03. März 2011 um 17:24 Uhr